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Heaven's Gate: Megaflop, Kunstwestern, Musik
Seite 2 - Startschuss
Seite 3 - Der Hit
Seite 4 - Alles in Butter?
Seite 5 - Das Schiff sinkt
Seite 6 - Die Musik von Heaven's Gate
Seite 7 - Interview David Mansfield
Seite 8 - Interview Teil 2
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Die Musik von Heaven’s Gate


Das Album

Auf Tonträger ist Heaven’s Gate seinerzeit von EMI auf einer LP veröffentlicht worden. Erst lange Zeit später (ob die problematischen Verlagsrechte daran schuld waren, weiss man nicht genau), 1999, fand der Score seinen Weg auf CD und zwar bei Rykodisc mit 25 Tracks gegenüber deren 13 der LP. Dabei sind die ersten 13 Stücke identisch mit der alten LP-Fassung. Die Rykodisc Edition ist inzwischen ausverkauft und bei den üblichen Auktionshäusern oder über Amazon Marketplace zu beziehen. Dafür muss man allerdings ein wenig tiefer in die Tasche greifen, Fans des Films dürften das allerdings wohl auch tun.

Mansfields Musik profitiert im Film von ihrer Einfachheit und dem repetitiven Charakter. Sie bildet damit ein gelungenes, emotionales Gleichgewicht zur durchaus komplexen Story. Die Intimität, die durch die zumeist kleine Besetzung (nur in einigen wenigen Tracks wie zB. der Pausenmusik wird auf ein Streichorchester zurückgegriffen) und die einfachen, kantenlosen Themen unterstrichen wird, strahlt dabei ein reizvolles Gefühl der Sehnsucht und des Verlustes aus. Über allem schwebt eine gewisse Melancholie, eine der grossen Stärken des Scores.
Prinzipiell ist Mansfields Musik wie folgt aufgeteilt:

- Slow Water, das eigentliche Hauptthema des Scores, das geprägt ist von seinem osteuropäischen Charakter. 

- Ella’s Waltz, das Liebesthema, das die schwierige und doch so tiefe Beziehung, (er, der sich nicht fest binden will; sie, die einen festen Halt sucht und Averill heiraten möchte, dazu ihre Flucht in eine Beziehung mit dem Auftragskiller Champion) zwischen Ella und James Averill untermalt, ist ein durchaus fröhlich und positiv anmutendes Motiv. Im Verlaufe des Films entpuppt es sich als eigentliches Hauptthema.

- Song of 70, der als Verbindung zwischen Averills Charakter und seinem Jugendfreund aus Universitätstagen, gespielt von John Hurt, dient.

- Source music: hier finden wir Mansfields Interpretationen von „An der schönen blauen Donau“, dem Traditional „Battle Hymn of the Republic“, Stücke wie Village Dance und Playing in the Barn.

Mansfield verzichtet auf eigentliche Variationen dieser Themen, die immer wieder zu hören sind. Nur selten verbindet er sie in einem Track. Abwechslung schafft er mit den eingesetzten Instrumenten und unterschiedlichen Tempi, als Steigerung lässt er das Thema jeweils eine Oktave höher erklingen.

Wer hier also einen abwechslungsreichen, grossen und bunten Westernscore erwartet, der dürfte sich mit Heaven’s Gate eher schwer tun. Die Musik funktioniert eigentlich nur, wenn man Affinitäten zum Film hat. Doch selbst dann ist die lange Rykodisc-Version von zu vielen Wiederholungen geprägt, als dass man diese CD immer und immer wieder laufen lassen würde, um sich an einer mannigfaltigen Musik zu ergötzen. Aber so ab und zu mal reinschnuppern, dann sind Mansfields Themen eben doch ganz hübsch anzuhören, wenngleich die Sequenzierung der Rykodisc etwas speziell ausgefallen ist: Tracks 1 – 13 = LP, dann folgt die Overture und 5 Tracks gegen Schluss dann noch Intermission. Auch die zusätzlichen 8 Tracks (18 – 25) bringen kein neues Material, dafür aber mit Champion’s Death und The People Revolt mit ein wenig Spannungsatmosphäre so etwas wie einen kleinen, dramaturgischen „Umschwung“.


 



 
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