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Heaven's Gate: Megaflop, Kunstwestern, Musik
Seite 2 - Startschuss
Seite 3 - Der Hit
Seite 4 - Alles in Butter?
Seite 5 - Das Schiff sinkt
Seite 6 - Die Musik von Heaven's Gate
Seite 7 - Interview David Mansfield
Seite 8 - Interview Teil 2
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Für den aufwändigen Prolog musste eine Universität gefunden werden. Weil Harvard die Erlaubnis zum Drehen nicht erteilte, wich man nach Oxford, England, aus. Cimino flog mit seinen Leuten nach Europa, um die Feierichkeiten rund um den Studienabschluss der Freunde Kristofferson und Hurt sowie die grosse Walzerszene zu drehen. Wieder kam die Meldung, dass Cimino das Budget für diese Szene überziehen wolle – und so stand der Film kurz vor dem endgültigen Aus. Das Studio liess keine solchen Spielchen mehr mit sich treiben, obschon riesige Summen bereits investiert worden waren und möglicherweise verloren gingen. Dieses neuerliche, klare Signal zeigte erstaunlicherweise erneut seine Wirkung und Cimino filmte die noch zu drehenden Szenen in der vorgegebenen Zeit und innerhalb des Budgets.

Alles in Butter also? Weit gefehlt! Jetzt begannen die Ränkespiele um die Schnittfassung und Länge des Films. Vertraglich war festgelegt, dass Cimino den Final Cut und das Sagen über die Promotion habe, wenn die Endfassung nicht länger als dreieinhalb Stunden dauern würde. Doch Cimino schnitt und schnitt und schnitt – und als die Premiere bereits verschoben werden musste, war Cimino immer noch im Schneideraum, plazierte eine Wache vor der Türe und liess keinen herein, schon gar niemanden von UA. Und sein Film wurde länger und länger. In dieser Zeit wurde es nahezu unmöglich, mit ihm einen vernünftigen Dialog zu führen. Er liess sich verleugnen, seine Produzentin Carelli stellte sich stets vor ihn und liess die Studioleute immer wieder abblitzen.



Die Grüppchenbildungen innerhalb des ganzen Gefüges zeichneten sich allerdings früh ab, sie wurden aber nicht rechtzeitig erkannt. Carelli konnte nicht mit Production Manager Charlie Okun. Steven Bach hielt seinem Studioboss Andy Albeck bis zuletzt die Stange, während Bachs Partner im ausführenden Geschäftsbereich, David Fields, abgesägt wurde. Der Verleihchef für Europa glaubte an einen absoluten Hit, während der zuständige Studio Executive Production Manager Lee Katz, zuständig für Budgetfragen, von Beginn weg und ohne Umschweife klarstellte, dass Heaven’s Gate kein Business machen würde und er, je länger die Arbeiten am Film dauerten, immer wieder mit Zahlen belegte, was möglich sei und was eben nicht – und wie desaströs falsch die ersten Budgetberechnungen seitens Carellis waren. Doch Bach und Albeck glaubten nach wie vor fest daran, einen Hit in Händen zu halten, sonst hätten sie die Finanzierung für den Prolog und den Epilog nicht bewilligt.



 
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