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Heaven's Gate: Megaflop, Kunstwestern, Musik
Seite 2 - Startschuss
Seite 3 - Der Hit
Seite 4 - Alles in Butter?
Seite 5 - Das Schiff sinkt
Seite 6 - Die Musik von Heaven's Gate
Seite 7 - Interview David Mansfield
Seite 8 - Interview Teil 2
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Hier einen Hit in der Mache zu haben, schien sich für United Artists etwas später zu bestätigen, als The Deer Hunter fünf Oscars abräumte, darunter zwei für Michael Cimino für die beste Regie und als Produzent für den besten Film. Auch die Filmkritiker nahmen den Dreistünder mit offenen Armen auf und an den Kinokassen verbuchte der Film ebenfalls grossen Erfolg. Die Zeit schien reif für Cimino. Und wie so oft kalkulierten die Studiobosse in ihren ganz eigenen, speziellen Gedankengängen und rechneten hoch: Wenn The Deer Hunter Oscars abholt, dann müssten Heaven’s Gate und Michael Cimino das doch locker wiederholen können. Ein Blick in die Analen der Oscargeschichte hätte allerdings jeden weniger begabten Wettbuchmacher darauf gebracht, dass kein Film desselben Regisseurs so kurz hintereinander bei den Academy Awards nochmals gross abräumen würde. Ein phänomenaler Erfolg von The Godfather und The Godfather II, der dieses kleine Wunder vollbrachte, konnte nur eine Ausnahme der Regel sein. Aber manchmal mahlen die Mühlen in Hollywood eben anders.

Als die Dreharbeiten liefen, war Cimino also ein hochprämiierter Filmemacher. Und der begann sich bald so zu benehmen, wie es die ersten Anzeichen andeuteten: Er kapselte sich - durch seine Produzentin Joan Carelli geschützt - völlig von jeglicher Einflussnahme der Exekutivriege von United Artists ab und hinkte schon nach den ersten zwei Wochen dem kalkulierten Drehplan hinterher. Sein Perfektionismus begann sich aber auch in anderen Bereichen deutlich zu machen. Von Hüten über Stiefel und Gürtelschnallen, alles wurde feinsäuberlich neu fabriziert. Für die abschliessende Schlacht zwischen Grundstückbesitzern und den angeheuerten Killern der Viehhändler wollte Cimino eigens Gras ansäen lassen, um es dann von Pferden, Wagen und Explosionen durchpflügen zu lassen. Das Gärtnerwerk konnte zwar nach deutlichen Worten der Studioheads verhindert werden, der Drehplan jedoch geriet immer mehr aus den Fugen und die Ausgaben summierten sich.



Irgendwann war es zuviel des Guten und die Studio Executives setzten Cimino ab sofort ganz klare Grenzen: So und soviel darf der Rest, der noch zu drehen ist, noch kosten und die vorgegebenen Drehpläne musste er peinlichst genau einhalten, komme was wolle. Jede Ausgabe, sei sie noch so klein, musste belegt und vom Studio abgesegnet werden – oder die Produktion des Films würde von heute auf morgen gestoppt werden. Erst durch diesen Druck schien Cimino zur Vernunft zu kommen und er hielt sich fortan an die Vorgaben des Studios. Plötzlich war es möglich, den Drehplan und die vorgegebenen Ausgaben einzuhalten. Ein weiteres von vielen Problemen kam auf United Artists aber noch zu: Ciminos geplanter Prolog und der Epilog.



 
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