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Heaven's Gate: Megaflop, Kunstwestern, Musik
Seite 2 - Startschuss
Seite 3 - Der Hit
Seite 4 - Alles in Butter?
Seite 5 - Das Schiff sinkt
Seite 6 - Die Musik von Heaven's Gate
Seite 7 - Interview David Mansfield
Seite 8 - Interview Teil 2
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Michael Cimino galt als “heisser” Filmemacher. Die Spatzen pfiffen es von den Dächern Hollywoods (und im Falle von UA New Yorks und San Franciscos, dem Sitz von Transamerica), dass sein damals in der Endphase befindliches Projekt The Deer Hunter ein Film mit viel Potential sei. Nach seinem Achtungserfolg mit dem Eastwood-Vehikel Thunderbolt and Lightfoot schien ein neuer Meister hinter der Kamera aufgetaucht zu sein. Aber es ging auch schnell die Rede um, dass Twentieth Century Fox Cimino zwingen wollte, den Film auf eine annehmbare Länge zu kürzen, dieser sich diesem Druck aber unter keinen Umständen beugen wollte. Erste Alarmglocken?

Unter der Federführung der Studio Executives Steven Bach und David Fields gelangte Heaven’s Gate schliesslich zur filmfertigen Vorlage. Die Hauptbesetzung würde aus dem damals gefeierten Singer/Songwriter und grossen US-Star Kris Kristofferson, dem bezahlbaren, aber aufsteigenden Charakterdarsteller Christopher Walken, Jeff Bridges, Sam Waterston und dem englischen Bühnenschauspieler John Hurt bestehen – das, nachdem viele der gewünschten Akteure, darunter Jane Fonda, Steve McQueen, Ali MacGraw oder Robert Redford nicht konnten oder wollten. Und Cimino warf einen weiteren Namen in die Runde, der erste grössere Wellen generieren sollte: Die Französin Isabelle Huppert sollte die Rolle der Bordellbesitzerin Ella Watson spielen.



Die Exekutivabteilung von UA war sprachlos. Niemand kannte diese junge Französin und nun wollte Cimino ihr eine tragende Rolle in einem so amerikanischen Film geben? Es begannen zähe Verhandlungen, zu denen man eigens mit der Concorde nach Paris jettete, um sich schliesslich überzeugen zu lassen und Huppert die Rolle zu geben. Cimino zeigte zum ersten Mal das Gesicht eines kreativen Kopfes, der seine Vorstellungen unter allen Umständen durchsetzen wollte. Das war damals nicht unbedingt etwas Besonderes, in den 70ern stiegen mit George Lucas, Steven Spielberg, Francis Ford Coppola oder William Friedkin Regisseure zu mächtigen Machern auf, denen man des öfteren Carte blanche gab und die diese auch immer wieder fordern sollten. Michael Cimino, so schien es, rutschte nach und nach in diese spezielle Generation an Filmemachern hinein.

In den Führungsriegen bei UA bestand die Ansicht, mit Heaven’s Gate einen potentiellen Boxoffice-Hit parat zu haben. Mindestens einen fixen solchen Startplatz pro Jahr wollte UA auf jeden Fall haben - und auch wenn Zuschauerreaktionen nicht immer absehbar waren, so verdichteten sich doch die “Fakten”, dass Cimino ein Regisseur mit einem Goldhändchen sein könnte. So stieg das Budget von Heaven’s Gate allmählich von einst kalkulierten 7,5 Millionen auf 11,6 und bald über 20 Millionen Dollar. Das war Ender der 70er Jahre ein stattliches Sümmchen. Zu guter Letzt kostete der Film fast 40 Millionen Dollar und spielte gerade mal 3 Millionen wieder ein.




 
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