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DVD Rezensionen

INKHEART - TINTENHERZ

Regie: Iain Softley

Darsteller: Brendan Fraser, Paul Bettany, Helen Mirren, Andy Serkis

Musik: Javier Navarrette

Verleih: Warner

 
 

Mo liest gerne aus Büchern vor, dabei bemerkt er zu spät, dass er damit Figuren aus den Geschichten zu Leben erweckt und sie in unsere Welt holt. Der Preis allerdings ist hoch, denn immer wenn eine Figur aus dem Buch gerissen wird, wird eine lebende Kreatur ins Buch geworfen. So hat Mo seine Frau verloren als er aus Tintenherz vorlas. Dieses Buch benötigt er um seine Frau wieder zu finden und zurückzuholen, doch es ist allerdings kaum auffindbar. Ein anderer Vorleser, sie werden Silberzunge genannt, musste unter Druck die gesammelten Bösewichte der Literatur erscheinen lassen, damit der Oberbösewicht Capricorn in der hiesigen Welt eine ungeahnte Macht erstreben kann.

Inkheart, basierend auf dem Roman Tintenherz der Deutschen Autorin Cornelia Funke beginnt faszinierend und könnte an sich eine spannende Fantasygeschichte sein, würde man sich nicht in zu vielen und oft sehr beliebigen Charakteren verlieren. Auch die Geschichte um Capricorn und dem Schatten, einem alles verschlingenden Monster, das eine unbestreitbare Ähnlichkeit zum Balrog aus Lord of the Rings hat, bleibt nebulös.

Es ist nicht neu, dass viele Fantasybücher ihre Inspirationen aus Tolkiens Welten holen, aber wenn Tante Elinor auf dem Einhorn mit wehend weissem Haar durch die Bösewichter Capricorns prescht, ist das inspirieren lassen schon etwas übertrieben und man kann sich ein von den Machern so kaum gewolltes Lachen nicht verkneifen.

 
Tintenherz, so der Originaltitel, verliert nach rund 20-30 Minuten an Tempo und an der anfänglich nett gemachten Dramaturgie. Die Schicksale einzelner Charaktere wie Dustfinger, Farid, einem der Räuber aus „Ali Baba und die 40 Räuber“ oder dem kauzigen Autoren lassen einen kalt. Im Laufe des Films fallen ausserdem vermehrt Stellen auf, die scheinbar stark gekürzt wurden und so ist es nicht verwunderlich, dass das ein oder andere Loch sich unter der Geschichte auftut.

Als wirklich positiv bleibt nur Andy Serkis (der Gollum einst seine Stimme und Mimik leihte) als böser Capricorn und die ersten 10, 15 Minuten hängen. Serkis scheint durchaus das Zeugs zu haben einen richtig fiesen Bösewicht zu geben – wenn er hier in schönstem Englisch Bösartigkeiten von sich gibt, könnte man sich durchaus vorstellen ihn einst als 007 Gegenspieler zu sehen. Die Referenzen zu anderen Büchern wie The Wizard of Oz sind hübsch, leiden aber ebenfalls unter dem „zu viel“ an Reinpacken in die 100 Minuten.

Witzig sind die Szenerien, die in der Schweiz spielen sollen… wenn wir tatsächlich alle noch mit diesen alten Autos rumfahren würden?! Immerhin hat man daran gedacht, die Strassenschilder anzupassen. Auf die Spezialeffekte hat man in diesem Genre ein genaueres Auge und ist zwischen „gelungen“ und „einfach nur schlecht gemacht“ hin und her gerissen.

Das Buch, man kann es sich vorstellen, mag sicher reizvoll und spannend zu lesen sein, der Film leider ist es nicht und man hat alles eben auch irgendwie schon gesehen, all die Potters, Narnias und Hobbits. Die Fantasywelle ebbt ab und das ist auch gut so (ich bezweifle, dass es eine Fortsetzung von Tintenherz geben wird, obwohl hier "erst" der erste Band verfilmt wurde). Freuen wir uns auf den kommenden The Hobbit.

Für Inkheart konnte Javier Navarrette verpflichtet werden. Vom Spanier stammt bekanntlich der wunderbare Score zum ebenso schönen Pan’s Labyrinth und so durfte man gespannt sein, wie Navarrette mit dem Fantasymaterial hier umgehen würde. Auch er wirkt aber nicht sonderlich inspiriert; seine Musik macht wilde Sprünge von Lokalität zu Lokalität, mal arabisch angehaucht, dann mit italienischen Anstrichen, hier mit pfundig perkussivem Actionmaterial, aber auch mal mit lyrischer Romantik für die Beziehung von Mo und seiner Frau. Der Score ist nur als itunes Download in einer Länge von 65 Minuten erhältlich. Knapp über dem orchestralen Durchschnitt.
 
Bewertungen

Film:

Musik im Film:
Extras:
1/2
Technisch: 
 Bild:1/2  
 Ton:     

 phb, 2.6.2009

 


 
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