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DVD Reviews kurz und bündig:
 
Soldat van Oranjee (NL 1977)
R: Paul Verhoeven
D: Rutger Hauer, Jeroen Krabbé, Andrea Domburg
Musik: Rogier Van Otterloo
Warner Home/Eurovideo


Paul Verhoevens Zweieinhalb-Stünder erzählt die Geschichte von Erik, der sich bei Kriegsausbruch 1940 mit Abenteuerlust in die Niederländische Armee meldet. Doch der Krieg ist, kaum hat er begonnen, schon wieder vorbei. Erik schliesst sich mit seinen Freunden dem Widerstand an.

Soldat van Oranjee ist ein aufwändig inszeniertes Drama aus Holland, das hauptsächlich auf Eriks Leben kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs fokusiert und seinen Aufstieg vom Widerstandskämpfer zum Agenten in Britischen Diensten zeigt. Rutger Hauer war lange Zeit Verhoevens bevorzugter Mitstreiter vor der Kamera bis beide den Sprung nach Hollywood schafften, wo sich ihre Wege schliesslich trennten. Die DVD präsentiert die ungekürzte 145 Minuten Fassung, die Verhoevens kantigen und offenen Erzählstil zeigt.

Die Musik von Rogier Van Otterloo ist eine gelungene orchestrale Komposition, die sich gekonnt in den mannigfaltigen Film über Liebe, Krieg und Schicksal einfindet. Auf der CD „Verzamelt Werk“ des Komponisten sind knapp 8 Minuten von Soldat van Oranjee enthalten.
 
Film: - Musik im Film: 1/2
phb, 4.3.09


OUTLAW (GB 2008)
R: Nick Love
D: Sean Penn, Bob Hoskins, Danny Dyer
Musik: David Julyan
Warner Home/Senator


Bryant kehrt desillusioniert aus dem Irakkrieg zurück nach England und kann sich im „neuen Leben“ nicht mehr zurechtfinden. Zusammen mit anderen Männern, die mit dem Rechtssystem Englands unzufrieden sind, übt er Selbstjustiz an Drogenhändlern und anderen Kriminellen, die der Justiz entkommen sind.

Nick Loves Film ist ein brutaler und moralisch desöfteren bedenklicher Film, in dem weniger die Problematik der Selbstjustiz an sich als vielmehr die Ausübung derer im Vordergrund steht. Zwar versucht Love den Darstellern handfeste Gründe für ihr tun zu reichen, diese sind aber vermehrt mit der grossen Pfanne angerichtet und schockieren mehr durch ihre unverblümte Art, als dass sie nachdenklich stimmen würden. Insofern ist Outlaw ein missglückter Versuch, der zu oft in Action, Schiessereien und brutalen Szenen endet. Ohne die nicht schlechte Darstellerriege, angeführt von Sean Bean, würde der Film noch schneller in Vergessenheit geraten.

David Julyan ist nach seinen Musiken für Christopher Nolan (Insomnia, The Prestige) wieder vermehrt in England tätig, so stehen etwa Projekte wie Eden Lake und The Descent 2 an. Seine Musik für Outlaw ist geprägt von lauten, hippen synthetischen Loops und Rhythmen. Wenig schneichelndes fürs Ohr und genauso wenig bleibend. Es wurde keine CD veröffentlicht.
 
Film:  - Musik im Film:
phb, 4.3.09 


LA SCONOSCIUTA (I 2006)
R: Giuseppe Tornatore
D: Sean Penn, Bob Hoslins, Danny Dyer
Musik: Ennio Morricone
Warner Home


Eine Fremde in einer italienischen Grossstadt. Sie bewirbt sich um einen Putzjob und setzt alles daran nicht aufzufallen. Doch sie trägt ein Geheimnis mit sich rum, das sie auf Schritt und Tritt verfolgt. Mit einer wohlhabenden Familie freundet sie sich schliesslich an und wird als Kindermädchen angestellt - zur kleinen Tochter zeigt sie eine besondere Beziehung. Durch ihr Tun und harsche Rückblenden offenbart sich mehr und mehr die Vergangenheit der Protagonistin.

An sein grossartiges Meisterwerk Nuovo Cinema Paradiso konnte Giuseppe Tornatore nicht mehr heranreichen, auch wenn schöne Filme wie Stanno tutti bene und Malena folgen sollten. La Sconosciuta (Die Unbekannte) ist wiederum ein schwieriger, depressiver Film mit düsterem Ambiente. Die wenigen hoffnungsvollen Lichtblicke in der Story werden rasch wieder durch Schwere und Aussichtslosigkeit verdrängt und der Film wandelt sich vom Drama zum Thriller. Tornatore Filme sind eigentlich durchs Band immer bestechend besetzt und auch hier kann man sich diesbezüglich auf ein gutes Ensemble verlassen. Besonders heraustechend ist
die gebürtige Russin Kseniya Rappaport in der Rolle der Irena.

Ennio Morricone ist Stammkomponist des Regisseurs und auf eine Zusammenarbeit der beiden kann man sich eigentlich immer freuen, wenn auch der Altmeister hin und wieder eine „gewisse Altersmüdgkeit“ (Zitat Stefan Schlegel) erahnen lässt. La Sconosciuta besitzt ein schönes, melancholisch gefärbtes Hauptthema, das Morricone mit Bedacht einzusetzen weiss, in den Spannungsstücken, die vor allem gegen Ende des Films zunehmen, ist diese Altersmüdigkeit dann in der Tat leicht zu vernehmen. Die CD ist bei Sony Italien erschienen und präsentiert 70 Minuten.
Film: 1/2 - Musik im Film:
phb, 4.3.09 


FORT APACHE (USA 1948)
R: John Ford
D: Henry Fonda, Shirley Temple, John Wayne
Musik: Richard Hageman
Warner Home


Colonel Thursday übernimmt als neuer Kommandant das abgelegene Fort Apache, dessen einzige Aufgabe es ist, die Indianer in ihrem Reservat zu halten. Mit seiner Art stösst Thursday aber auch unter den Soldaten auf wenig Gegenliebe und so kommt es wie es kommen muss. Häuptling Cochise verlässt mit seinem Stamm aus Protest gegen die korrupten Regierungsbeamten das Reservart. Während der besonnene Captain York versucht mit den Indianern in Kontakt zu treten, schmiedet Thursday seine Kriegspläne, für ihn gibt es keinen Dialog. Der Colonel lässt seine Mannen gegen die zahlenmässig überlegenen Indianer antreten und gerät in eine Falle, aus der es kaum mehr ein Entrinnen gibt.

John Fords Fort Apache ist die Eröffnung zur an sich so nicht geplanten Kavallerie-Trilogie, die noch aus She Wore a Yellow Ribbon und Rio Grande (alle mit John Wayne) bestehen sollte. Fords Film zeigt an anderem Ort und mit anderen Personen wie es zum Massaker am Little Big Horn gekommen ein könnte, wo General Custers Männer unter einer Reihe von Fehleinschätzungen und Befehlsverweigerungen von den gejagten Indianern niedergemetzelt wurden. Es ist ein für 1948 ungewöhnlicher Western ohne Helden und ohne Klischees, die in vielen Filmen mit der blauen Kavallerie und Einheimischen so oft zu sehen sind. Auch war Fort Apache der Versuch Shirley Temples Karriere (sie spielt die Tochter von Colonel Thursday) ein letztes Mal in Gang zu bringen, nachdem sie ihren Kinderbonus verloren hatte. Das scheiterte allerdings und der gefeierte Kinderstar tauchte nur noch selten auf der Leinwand auf.

Das besondere an der DVD ist, dass uns hier in der Originalsprache die 123 Minuten lange Fassung vorliegt, oder synchronisiert die auf 89 Minuten gekürzte Version. Man kann sich also ein Bild machen, was sich die Deutschen Schnippler da alles so gedacht, oder eben nicht gedacht haben, als sie einen Film um 30 Minuten kürzten. Und so ist auch Richard Hagemans Musik in ihrer Gänze zu hören: Dem in Holland geborenen Komonisten war keine grosse Filmmusikkarriere beschieden, seine letzte Filmmusik schrieb er 1953, seine wohl bekannteste dürfte die Komposition zu Men with Wings (1938) sein.
Film: - Musik im Film:
phb, 4.3.09  
 







 
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