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Start DVDs 2016: DVD/bluray komprimiert 30
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DVD Rezensionen

Phils DVD/bluray komprimiert 30/2016



Gemunkelt wurde 10 Cloverfield Lane sei eine Fortsetzung des kultigen Cloverfield. Ist es nicht. Geschrieben wurde der Stoff ohne Bezug dazu, erst als J.J. Abrams‘ Bad Robot Produktionsgesellschaft dazu kam, versetzte man die Story leicht ins „Cloverfield-Universum.
Nach einem Autocrash erwacht Michelle in einem Bunker, gebaut vom schrulligen Howard. Er berichtet davon, dass das Ende der Welt gekommen sei und man draussen nicht mehr leben könne. Michelle kann das allerdings nicht glauben und versucht aus dem unfreiwilligen Halt auszubrechen.
Dan Trachtenbergs Filmerstling ist lange Zeit ein spannendes Kammerspiel, bei dem sich auch der Zuschauer nie ganz sicher sein kann, was sich draussen oder drinnen abspielt. Der gut aufgelegte John Goodman als Howard ist das Highlight des Bunker-Trios, das sich versucht mit den Tatsachen abzufinden. Allzu viel sei hier nicht verraten, nur so viel: Im Bunker ist 10 Cloverfield Lane eine wirklich prickelnde Angelegenheit.
Einen Versuch wert ist Bear McCrearys Score, erschienen bei Sparks and Shadows, McCrearys eigenem Label. Der 1979 in Florida geborene Komponist hat sich in den letzten Jahren vor allem als Hauskomponist der erfolgreichen (und verflixt guten) The Walking Dead Serie, zu der immer noch keine Score-CD erschienen ist, oder beispielsweise Agents of S.H.I.E.L.D., einen Namen gemacht. Seine Musik ist zum Grossteil orchestral , vorwiegend sind es Streicher, die den Ton angeben, ein wenig Herrmannesque kommt das Ganze, im guten gemeint, rüber. Interessante Sache.

1/2
Erscheinungsdatum: 4.8.2016


 

Joy ist ein Feelgoodfilm und passt deshalb gut ins inzwischen vergangene Sommerloch. Der Aufstieg von der Angestellten einer Fluglinie zur Erfinderin mit Shoppingfernseh-Präsenz ist wahrlich eine uramerikanische Geschichte. Gespielt wird Joy von Jennifer Lawrence, die für diese Frauenrolle, in der sie anfänglich vor allem die Familie managt – eine Sopa Opera süchtige Mutter, ihren im Keller wohnenden Ex-Mann, den beziehungsunfähigen Vater (Robert DeNiro in seiner derzeit üblichen grumpy Rolle) und dessen Metallbusiness – einen doch etwas überraschenden Oscar gewann und sich damit vielleicht gerade rechtzeitig vom Mockingjay Mädchen abkapseln konnte. Nicht, dass Lawrence nicht bereits in anderen Filmen wie Silver Lining Playbooks oder dem herrlichen American Hustle (beide übrigens wie Joy von David O. Russell inszeniert) ihre Frau stand und alles tat um nicht ins Typecasting zu rutschen.

1/2
Erscheinungsdatum: 4.5.2016




Auch abseits vom Flimmerkasten (im September war sie nun auch bei uns zu sehen) hat die Mini Series The Night Manager für viel Wirbel gesorgt. Ist die dänische Regisseurin Susanne Bier (Haeven, Brothers) möglicherweise Nachfolgerin für Sam Mendes, der nicht mehr 007 drehen mag und könnte Tom Hiddlestone vielleicht der neue Bond sein? Wie dem auch immer sei, die Umsetzung von John Le Carrés Roman ist gelungen und bietet für den Grossteil der Episoden gute Spannung, ruhig und stylisch umgesetzt. Die Verstrickungen mit Politik und Geheimdiensten bringt zusätzlich Pfeffer ins Spiel und so angelt man sich mit Vorfreude von Teil zu Teil. Hiddlestone spielt den Nachtportier eines Hotels in Kairo, der nach einem brutalen Mord an einem von ihm verehrten, um nicht sagen zu müssen, geliebten Gast auf Rache sinnt und es mit einem ganzen Waffenimperium aufnimmt. Vielleicht ist die Serie insgesamt ein bisschen zu lang geraten und Hugh Laurie geht in seiner Rolle als Bösewicht, sagen wir mal, nicht so ganz auf – man könnte es auch so hinstellen: Laurie geht einem irgendwann auf den Keks, aber das konnte er schon in den gefühlt nicht enden wollenden 8 Seasons von House M.D. (wieso dauern Ärzte- und Krankenhausserien eigentlich immer so lange?). Hiddlestone hingeben gibt den Helden mit einem Charme, der durchaus Schattierungen eines möglichen James Bond Darstellers zeigt, vergessen wir einfach mal seinen Bösewicht aus Thor und The Avengers. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass einige andere Rollen eher mau besetzt sind (Alistair Petrie als Lauries rechte Hand und Elizabeth Debicki als Liebesobjekt – zum Gähnen). Grosse Klasse ist übrigens der Titelspann, der in der Tat Bond-Feeling aufkommen lässt, leider ist dies auch fast die einzige Möglichkeit, in der die Musik des spanischen Komponisten Víctor Reyes (Gran Piano, Buried) so richtig glänzen kann.


Erscheinungsdatum: 21.4.2016




Die guten Filme, die Keanu Reeves nach The Matrix ausgesucht hat, kann man kaum an einer Hand abzählen – so wenige waren es. Und nun kommt Knock Knock, der nach dem nervigen und ungeschickten John Wick ebenfalls keiner derer, die zu erwähnter Handzählungen gehört. Im Gegenteil, dieser Thriller, in dem Reeves zwei scheinbar gestrandete junge Frauen bei sich aufnimmt, die sich dann aus unerfindlichen Gründen einen Spass daraus machen, ihm das Leben zur Hölle zu machen (gähn!). Der Film ist formulaisch, Eli Roths Regie langweilig. Ein Häckchen in die Kolonne „Filme, die die Welt wirklich nicht braucht“, Scheibe in den Schuber und den Mantel des Vergessens darüber ziehen.

1/2
Erscheinungsdatum: 21.4.2016



Wenn Iron Man und Captain America sich auf den Sack gehen, teilen sich die Avengers in zwei Lager. Was gut ist wird böse und was böse ist wird gut – zuletzt haben sich alle wieder lieb.
Den Rückschritt, den man zuletzt bei Avengers 2: Age of Ultron erleben musste, macht nun auch der dritte Film in der Captain America Reihe durch. Das ist insbesondere deshalb schade, weil Teil 2, The Winter Soldier, wirklich Lust auf mehr machte. Die Macher haben das Mehr allerdings eindeutig überstrapaziert. Civil War besitzt so manche Problemstellen, ganz bestimmt aber gehören die zweieinhalb Stunden Überlange zu den grössten davon. Der Film ist für ein Comicsabenteuer, dessen inhaltliche Stärke leider nicht auf Komplexität beruht, viel zu lang geraten. 30, 40 Minuten weniger, am Drehbuch feilen. Punkt. Dazu kommen gähnend langweilige Darsteller, scheinbar ermüdet von den unzähligen Stunden vor Greenscreen und den Punkten für‘s motion capturing im Gesicht, eine streckenweise hanebüchene Umsetzung einer an sich interessanten Story (Comics lesen!) und teils lausige Animationen – man schaue sich Spider-Man an, der, wenn immer er seine Uniform trägt, grauenhaft schlecht animiert wurde, einfach lächerlich für solch eine Produktion, oder die Szene dem verjüngten Robert Downey jr.. Hat man sich deswegen wieder abgeregt, muss man sich unendlichen Haudraufismen hingeben (die Flughafenarie ist besonders mühsam), Thema: „Ich bin stärker und wenn nicht hab ich auch noch die Supergeheimwaffe oder jenen und noch diesen Move…“ Und so geht all das, was man mit Captain America: Winter Soldier aufgebaut hat, bachab wie die Emme bei Hochwasser.
Nach seiner positiv aufgenommenen Arbeit bei Winter Soldier scheint auch Henry Jackman angesteckt vom sichtlich wenig inspirierenden Film. Die Ideen aus dem Score zu Winter Soldier fehlen grösstenteils ebenso wie das augenzwinkernde beim Ameisenmann (den wir hier übrigens erstmals mit den Avengers zu sehen bekommen).


Erscheinungsdatum: 20.9.2016




Angekündigt als „von den Machern von Breaking Bad“ hat Manhattan einiges an Vorschusslorbeeren zu erfüllen. Teilweise gelingt das der Serie ganz gut, die sich um das Manhattan Projekt, also dem Rennen um die erste Atombombe dreht. In Los Alamos, New Mexico, gestrandet ergeben sich gleich mehrere Probleme: Konkurrierende Teams, die um die Gunst der Militärs und Mächtigen des Programms buhlen. Paranoia allenthalben. Ehefrauen, die sich in der Einöde der Wüste nicht nur mit nicht funktionierenden Küchenapparaturen sondern auch mit Abwesenheit ihrer Männer herumschlagen müssen. Die 13 Episoden der ersten Season sind durchaus spannend und immer mit einem kleineren oder grösseren Cliffhanger ausgestattet. Geniessen sollte man die Serie allerdings von Anfang an, sonst kriegt man den ein oder anderen Wink nicht mit. Ich bin jedenfalls gespannt wie es in Season 2 weitergeht und darauf, dass die Macher ein gutes Produkt nicht wieder auf unzählige Episoden aufblähen…!

1/2
Erscheinungsdatum: 7.7.2016

 
phb
, 20.9.2016

 


 
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