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DVD Rezensionen

TRUMBO

R: Jay Roach

D: Bryan Cranston, Helen Mirren, Diane Lane u.a.

Musik: Theodore Shapiro

Verleih: Ascot Elite

Erscheinungsdatum: 13.7.2016


Auch die USA erlebten ihre Art Faschismus: Die Hetze auf alles was sich kommunistisch oder ähnlich engagierte, griff auch und insbesondere auf Hollywood über, die McCarthy-Ära war in ihrer vollsten „Blüte“. Dalton Trumbo, Drehbuchautor, der an Filmen wie A Guy Named Joe und Kitty Foyle arbeitete, gehörte den Hollywood Ten an, einer Vereinigung von Autoren und Filmemachern, die vor dem Kongress jegliche Aussage auf Berufung des 5. Zusatzartikels verweigerte. Trumbo musste daraufhin für 11 Monate wegen Missachtung des Kongresses ins Gefängnis. Als er, gespielt von Bryan Cranston (Malcolm in the Middle), wieder frei kommt, findet er in Hollywood keine Arbeit mehr. Für das kleine Studio der King Brüder, einen davon gibt John Goodman, bekannt für seine Billigproduktionen, schreibt und bearbeitet Trumbo unter Pseudonymen eine Vielzahl an Drehbüchern und gewinnt Oscars für Roman Holiday und The Brave One – nur wusste kaum jemand wer die Screenplays dieser beiden Werke schrieb. Das House Committee on Un-American Activities, darunter prominente und aktive Fürsprecher wie John Wayne und der spätere Präsident Richard Nixon, kriegt davon Wind, doch nicht zuletzt Persönlichkeiten wie Kirk Douglas und Otto Preminger setzen sich für den Autoren ein und so kann Trumbo schliesslich wieder offiziell und unter seinem eigenen Namen arbeiten. Er schreibt schliesslich Spartacus und Exodus und erhält einen Titelcredit, während die Tätigkeiten der Kommunistenjäger mehr und mehr ins Abseits geraten.

Jay Roach, bekannt für seine nicht immer lustigen, aber erfolgreichen Komödien wie
Meet the Fockers oder Austin Powers verleiht der komplexen, ernsthaften Thematik Leichtigkeit, manchmal fast zu viel. Trumbo ist bissig und stellt dabei auch einige grosse Persönlichkeiten des Filmschaffens in ein schlechtes Licht. Allzu viel Tiefe, die dem Streifen durchaus gut gestanden hätte, darf man allerdings nicht erwarten, dafür besser geeignet ist etwa Irwin Winklers Guilty by Suspicion mit Robert DeNiro, Anregung zum Nachdenken bietet der Film genügend und Bryan Canston als Dalton Trumbo ist eine wirklich vergnügliche Sache.

Theodore Shapiro, bald mit der „feministischen“ Version von
Ghostbusters in unseren Kinosälen, schrieb eine mitunter pfiffige Musik, manchmal an Carter Burwell gemahnend, die auf Hollywood Records mit rund 40 Minuten Dauer erschienen ist. Der Score zeigt sich als Mischung aus leichtfüssigem Jazz, meist geleitet von Piano und perkussiven Klängen, wie auch dramatischeren Cues so beispielsweise in der Sequenz als Trumbo seine Strafe antreten muss. Vielleicht bisher eine der besten Arbeiten in Shapiros Oeuvre.

 
Bewertungen
Film:

1/2

Musik im Film:
1/2

 

phb, 15.7.16

 


 
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