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DVD Rezensionen

BRIDGE OF SPIES

R: Steven Spielberg

D: Tom Hanks, Mark Rylance, Alan Alda, Amy Ryan u.a.

Musik: Thomas Newman

Verleih: Fox

Veröffentlichungsdatum: 27. April 2016


Misst man Steven Spielbergs Filme an ihren Einspielergebnissen, so ist Bridge of Spies auf den hinteren Positionen anzusiedeln. Den Spionagethriller mit Tom Hanks, der in der DDR während des kalten Kriegs spielt, wollten hüben wie drüben nicht wirklich Massen sehen. Dann aber wiederum ist Bridge of Spies eigentlich kein Film für die Massen. Spielberg hat ihn vielmehr als eher kleinen, ruhigen und fast kammerspielartigen Film inszeniert (hier vor Ort lief er gar – und das ist schon erstaunlich - in einem Studiokino). Nichtsdestotrotz wird der Film gerade mit der Video- und digitalen Auswertung sein Publikum sicherlich finden.

Tom Hanks, bereits in seinem vierten Spielberg-Film zu sehen, spielt in diesem auf Tatsachen beruhenden Streifen einen Anwalt, der einen in den USA in den 50er Jahren aufgeflogenen Sovietspion verteidigen soll. Der von Mark Rylance gespielte Agent wird verurteilt, doch Donovan zieht den Fall weiter und appelliert, Abel nicht mit dem Tod zu bestrafen, sondern ihn möglicherweise, sollte es je dazu kommen, als „Hilfsmittel“ verwenden zu können, falls im Feindesland selbiges passiert. Da kommt der CIA nicht ungelegen, dass ein über dem Gebiet der UdSSR abgeschossener US-Spionageflugzeugpilot vom KGB gefasst, eindringlich befragt und der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Bridge of Spies ist ein Thriller, auf Donovans Roman „Strangers on a Bridge“ beruhend (wäre das nicht ein besserer Titel gewesen?), der mehr auf Schauspiel als auf umwerfende Spannung gewichtet, nicht unähnlich einem Tinker Tailor Soldier Spy oder The Good Shepherd. Und so wirkt die Szene im Grenzstreifen Berlins, bei der Hanks aus dem fahrenden Zug heraus beobachtet wie Flüchtige des DDR-Regimes von Grenzern erschossen werden, beinahe zu aufgesetzt. Umso gelungener die kleinen Dinge, etwa als Donovan von einer Bande Halbstarker in die Enge getrieben wird und sich aus der Situation quasi hinaus dealt. Davon gibt es immer mal wieder was zu sehen, aber insgesamt bleibt Bridge of Spies erstaunlich, na sagen wir mal zurückhaltend. Trotz Mimen wie Hanks, einer soliden Darstellung von Mark Rylance, die ihm gar den Oscar als bester Nebendarsteller einbrachte, der gewohnt düster-natürlichen Kameraarbeit von Janusz Kaminski und einem Drehbuch von keinen geringeren als den Coen-Brüdern. Den letzten Pfiff, das besondere und die Tragweite der Geschehnisse, so richtig überzeugen will der Film eben doch nicht. Spielberg bleibt auf sicherem Boden, lehnt sich, anders als etwa im knackigeren und packenderen Munich, nie zu weit hinaus. Wie Rylance als Abel bleibt der Film kühl, vielleicht zu kühl?

Bei uns Filmmusikliebhabern war es das grössere Thema als der Film selbst: Wie würde sich Thomas Newman als Ersatz von John Williams schlagen, der wegen gesundheitlichen Gründen das erste Mal seit
The Color Purple nicht mit Spielberg zusammenarbeiten konnte. Erstaunlicherweise ist Newmans Score als CD Erlebnis eindrücklicher als im Film selber. Ein wenig mehr zur Musik gibt es hier zu lesen.

 
Bewertungen
Film:

1/2

Musik im Film:

1/2


 

phb, 28.4.16

 


 
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