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DVD Rezensionen

STAR WARS -
THE FORCE AWAKENS

R: J.J. Abrams

D: Daisy Ridley, Adam Driver, Harrison Ford, Oscar Isaac, Carrie Fisher u.a.

Musik: John Williams

Verleih: Disney

Veröffentlichungdatum: 19. April 2016

 


Kaum ein Film wurde in den letzten Jahren mit so vielen vorab Erwartungen gespickt wie
Star Wars No. 7, The Force Awakens. Selbst wenn man sich vor all den Spoilerwütigen Mitmenschen schützen wollte, wohl an jeden drang durch, dass Harrison Ford seine Rolle als Han Solo wieder aufnehmen würde. Carrie Fisher als Leia, Chewie an Hans Seite, der legendäre Millenium Falcon wieder durchs All sausend wird und John Williams als Komponist zurückkehren wird. Und J.J. Abrams, der es schaffte Star Trek auf der Kinoleinwand wiederzubeleben auf dem Regiestuhl. Fans der ersten Stunde, soll heissen der Originaltrilogie (1977 – 1983), waren wenig traurig, dass George Lucas sich zurückhalten würde. Zuviel ist mit Episode I, II und III schief gelaufen. Böse Zungen behaupteten gar, es könne nun nicht mehr schlimmer werden. Wurde es auch nicht.



Nun, ein Vierteljahr nach dem fulminanten Rekordeinspielergebnis in den Kinos (ich sah den Film erstaunlicherweise in einem nur zu vielleicht 1/8 besetzten Kino) erscheint
The Force Awakens auf DVD und bluray, der Formen sind da viele: Limitiertes Steelbook, Bluray plus Bonusdisc usw. Weil ich den Film eigentlich im Kino mindestens 2x sehen wollte, aber in Woche 8 schon keine Originalversion mehr lief – und Synchro ist grosses Tabu – freue ich mich umso mehr Rey, BB-8 und den fiesen, unbeherrschten Kylo Ren im Heimkino geniessen zu können. Wird der äusserst positive Eindruck vom Kinobesuch bleiben? Entdeckt man etwas was man verpasst hat? Wann sieht man Kylo Ren an, dass er sein Lichtschwert zücken und seinen Vater umbringen wird?

J.J. Abrams schaffte es die Fans wieder zurückzuholen, die Star Wars fast schon abgeschrieben hatten. Er machte das clever in dem er Ähnlichkeiten im Aufbau der Geschichte einwebte und bekanntes Terrain nicht verlies - dort eben wo sich die „alten“ Fans wohl fühlen. Und fast immer klappte das auch. Die Cantinaszene war vielleicht zu viel des Guten, entschädigt aber wird man dafür mit der fulminanten TIE-Fighter-Jagd dem Falcon auf Yakku hinterher, durch die vor sich hinrostenden Innereien eines Star Destroyers. Grandios! Verkürzte Varianten der bekannten X-Wings. Modifizierte Gewandungen der Hohlköpfe der Stormtrooper plus neuen Waffengattungen (Flametrooper, Riottrooper und aufgefrischte Snowtrooper), die Spielzeugfirmen rieben sich die Hände (hätte jetzt bloss die Bestückung gepasst).



Mit Rey erschufen die Drehbuchautoren, darunter Lawrence Kasdan, der schon beim Besten der besten,
The Empire Strikes Back, für die Story verantwortlich war, eine sportliche, keine Wagnisse scheuende Figur. Und Daisy Ridley macht das einfach prächtig! Ihr baldiger Gefährte, der kugelig rollende BB-8 ist eine wunderbare Droidenfigur, die einem immer mal wieder zum schmunzeln bringt. Schliesslich und endlich dauert es bis wir etwas von R2D2 sehen. Hach und was soll man sagen wenn Solo und Chewie ihre alte Mühle betreten: „We're home!“ Ja, wir auch!

Dem Film wurde hie und da vorgeworfen, dass er wenig neues zeigte und eigentlich vielmehr ein rezyklierter
A New Hope sei. Sicher hat er da und dort Ähnlichkeiten: der Beginn auf einem Wüstenplaneten; der Droide, der wichtige Informationen weitergeben soll; eine Vater-Sohn Beziehung auf dem Prüfstand; eine neue „Todessternwaffe“, die es auszuschalten gilt (vielleicht der Schwachpunkt des Films?). Ein abtrünniger Jedi und Eremit. Verstehen kann man The Force Awakens irgendwie aber als Neuanfang, als eine Art Reboot, wie es so schön heisst.


Und nicht zuletzt sei Abrams & Co. gedankt, denen die Macht wahrhaftig zur Seite stand, für die vielen
echten Stormtrooper anstelle der langweiligen, durch und durch im Computer erstellten Clone Trooper und den nervigen Roger-Roger-Kampfdroiden. Viel mehr Atmosphäre, weniger Sterilität, mehr Schalk und weniger bemühte Soapopera-Ernsthaftigkeit. Durchaus, auch Force Awakens hat seine Problem(chen). Der neue Oberüberimperator ist nicht gelungen (CGI zum Abwinken) und ein, zwei Mal hätte es vielleicht weniger Schlachtengetümmel sein können. Frau Fisher ist arg aufgefrischt worden, etwas zu arg – Falten sind nicht nur Zeichen des Alters, sondern auch der Weisheit und der Erlebnisse, die ein Mensch hinter sich hat. Hätte man zeigen dürfen. Aber hey, in der Form haben wir es irgendwie vermisst. TIE-Fighter gegen X-Wings, Flametrooper gegen Laserschwert – und eine sackstarke Heldin, die interessanteste seit Sigourney Weavers Ripley!

Dieser bluray Ausgabe wurden deleted scenes beigelegt, auf die der Fan sehnsüchtig gewartet hat. Sammler der Star Wars Actionfiguren haben den ein oder anderen rausgeschnittenen Charakter bereits in den Spielzeugläden oder Onlineshops vorab sehen können. Ausserdem gibt es kurze Dokus zu BB-8 und für uns interessant, zu John Williams. Während ich noch auf mein Steelbook warte, durfte die Normalo-blu-ray schon ihre Runden drehen. Kommen sehr lecker rüber, Bild und Ton.
Musikalisches gibt es in der Rezi zu lesen.

Und somit versüssen uns diese Scheibe und das mit Spannung erwartete Spin Off Rogue Squadron das Warten auf Episode VIII.

 
Bewertungen
Film:

Musik im Film:


 

phb, 18.4.2016

 


 
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