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Slumdog Millionaire: Oscarsegen! Print



Slumdog Millionaire räumte ab. Gleich 8 Oscars holte der Film, darunter auch für die beste Filmmusik von A.R. Rahman.


Es ist 2.30 Uhr am frühen morgen. Ich habe mir vorgenommen mal den Wecker zu stellen und wenn ich zu müde bin, gemütlich die Verleihung zu verschlafen. Ein Käffchen so früh allerdings zeigte seine Wirkung und so wurde die 81. Verleihung der Academy Awards wieder einmal geguckt.

Hugh Jackman singt
Gelohnt hat es sich freilich nicht. Auch wenn das Ding inzwischen wirklich kaum mehr als 3 Stunden läuft und etwas an Tempo gewonnen hat, die Übertragung der Verleihung bleibt ein Langweiler. Dieses Jahr durfte Hugh Jackman den Host geben und machte es ganz anständig. Überraschend dabei war sein Sangestalent, eingangs mit der seit Billy Crystal so beliebten gesungenen Einleitung der nominierten Filme und in der Hälfte mit einer erstaunlichen Musicalleistung. Daneben blieb Jackman allerdings blass. Genau so blass wie die meisten und gehetzt vorgeragenen Dankesreden. Aber das ist nichts Neues, die Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Und wirklich Überraschendes gab es auch nicht, vielleicht abgesehen von der Auszeichnung für den japanischen Beitrag in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film". Der posthum verliehene Oscar an Heath Ledger und der für den besten Hauptdarsteller Sean Penn waren jedenfalls absolut verdiente Auszeichnungen.

Slumdog Milllionaire hätten wohl die wenigsten gleich 8 Oscars zugetraut. Als dann aber adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Kamera an Danny Boyles Film gingen, schien klar, dass der Film auch in den Hauptkategorien Regie und Film obenaus schwingen wird - Oscars Kamera, Schnitt und Drehbuch sind in vielen Fällen Indizien für einen grossen Sieg. David Finchers träger Curious Case of Benjamin Buttonhatte schlicht keine Chance: 3 Oscars in den Nebenkategorien Ausstattung, Make Up und Spezialeffekte.

Der spanische Desplat
Voraus zu ahnen war der Gewinn in der Kategorie "Original Score". Die Mitglieder der Academy sind immer scharf auf neues und exotisches, so dass Komponist A.R. Rahman (der in Indien übrigens auch gefeierter Popstar ist) sich neben dem besten Song auch den Oscar für die beste Filmmusik abholen konnte. Hübsch war übrigens der so scheinbar eingeübte Akzent der Dame, die die Nominationen in der Sparte Filmmusik präsentierte. Aus Alexandre wurde Alejandre (spanisch ausgesprochen).

Die nominierten Filmmusiken wurden vom Academy Orchester, geleitet von Michael Giacchino, der sich etwas schüchtern verneigte, in aller Kürze angespielt. Schade. Wenn man schon ein Orchester auf die Bühne holt, sollte etwas mehr drin sein als kurze Scoreschnipsel. Okay, die Musiker spielten auch bei den Songs mit, aber die sind eigentlich immer sowas wie der Tiefpunkt der Verleihung. Mir schien auch, als ob das Orchester nur gerade diesen Auftritt hatte und sonst alles aus er Konserve kam...

Was war das eigentlich für eine aus dem Computer stammende, nach billigen Synthies klingende Fanfare, die immer als Pausenmusik eingespielt wurde?

Lustiges aus Austria
Ein Lacher an sich waren die beiden Präsentatoren auf ORF (ich zog den österreichischen Sender Pro7 vor), die wenig Fachwissen zeigten. Besonders der männliche Part schien kaum besonders motiviert und meinte noch, es sei ein Unding, dass man die Regisseure der nominierten Filme auch in ihrer Kategorie nominieren würde. Es gäbe doch noch so viele andere gute Filmemacher. Ähm, wie meinen?

Nun denn, wer die Verleihung nicht gesehen hat, hat wie immer nichts verpasst. Und übermorgen kann ich die 8 Kategorien, in denen Slumdog Millionaire ausgezeichnet wurde, sowieso nicht mehr aufzählen. Schwamm drüber.

phb, 23.2.09 

 
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