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KNIFE EDGE

Guy Farley

Moviescore Media
MMS-09022

38 Min. / 23 Tracks

  

Die fünfte Zusammenarbeit zwischen Komponist Guy Farley (Cashback) und Regisseur Anthony Hickox stellt Knife Edge dar. Besagter Film stammt aus dem Horrorgenre und der Inhalt klingt nach einer klischeehaften, effekthascherischen Schauermär, wie man es bereits Dutzende Male seit den 60ern gesehen hat: Eine erfolgreiche, frisch verheiratete Börsenmaklerin zieht mit ihrem Mann und ihrem fünfjährigen Sohn in ein neues (Farm)haus in England – doch der Aufenthalt in ihrem neuen Haus wird zum Albtraum…

So weit so gut. Zu diesem Gruselfilm, der bei uns in Deutschland wohl gar nicht erst in die Kinos kommen wird, schrieb Newcomer Guy Farley die Musik, der mit den gelungenen Filmmusiken zu Cashback oder Modigliani zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit bekam und seitdem als einer der vielversprechendsten Jungkomponisten Hollywoods gehandelt wird. Dies auch zu Recht, denn seine orchestralen Filmmusiken präsentieren sich voller Verve, sind farbenprächtig orchestriert und werden mit schönen Themen präsentiert. Grosse Hollywoodfilme blieben ihm bislang zwar verwehrt, doch lohnt es sich, sein Schaffen weiter zu verfolgen, deshalb nun ein kurzer Einblick in seine neue Musik Knife Edge.

Wie Farley im Inlay erwähnt (ein Booklet ist nicht vorhanden, da Digipack) sollte seine Musik bewusst stark nach Komponisten der 70er Jahre klingen, die für eben solche Horrorfilme tätig waren. Er nennt dies eine Hommage an die großen Meister wie Bernard Herrmann oder Jerry Goldsmith. Wer nun jedoch die Augen rollt, da er keine weitere Herrmann-Hommage hören mag, der soll beruhigt sein, denn derartige Vorbilder sind kaum herauszuhören, wie ich überrascht und auch erleichtert feststellen musste. Lediglich im Knife Edge–Thema schaut Bernard Herrmann um die Ecke mit Streicherostinati und rhythmischen Bläserakzentuierungen.

Neben besagtem, recht unscheinbaren und eher atmosphärisch denn einprägsamen Knife Edge-Thema schrieb Farley ein Thema für England, welches sehr lyrisch und leicht verspielt daherkommt, ebenso wie das romantische Motiv für das künftige Haus der Familie. Natürlich präsentiert sich die Musik nicht durchgängig derart harmlos und klangschön wie in den ersten Stücken – bereits in „Raven Attack“ erklingen Streichertremoli, Holzbläsergirlanden oder in „Collapsed“ Col Legno der Celli. Zwischen derartigen aggressiven Ausbrüchen sorgt der Komponist mit lieblichen Themen wie „The Kiss“ für die nötige und wohltuende Abwechslung, welche den kompletten Soundtrack sehr abwechslungsreich machen.

Die Musik hält gekonnt die Balance zwischen Action- bzw. Horrortracks und sehnsuchtsvollen Stücken, in denen entweder ein Holzblasinstrument dominiert und die Streicher für die Verzierung sorgen oder die Violinen eines der gelungen Themen und Motive darbieten, die diese Musik hörenswert machen. So sind beide Teile sehr gelungen und fügen sich gut ineinander. Auch ist die Komposition trotz ihrer Effekte (Col Legno, Pizzicati, Streichercluster etc.) nicht derart überladen wie beispielsweise Drag Me To Hell, so dass Knife Edge durchaus gut konsumierbar, dabei aber nicht anspruchslos ist.

Schöne Themen, gelungene Orchestration und feine Suspensepassagen machen den einen oder anderen kleinen Hänger wett und so verdient diese Musik auch eine kleine Empfehlung!
 
1/2se, 29.11.2009

 

 

 

 

 

 

 

 
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