Hard Contract

Hard Contract ist ein kaum gesehener Film von S. Lee Pogostin aus dem Jahr 1969 mit James Coburn in der Rolle eines Auftragskillers, der seinen Beruf an den Nagel hängen will. Es spielen ausserdem Lilli Palmer, Lee Remick und Burgess Meredith. Selbst bei eingefleischten North-Fans ist der Film eine Unbekannte und laut Robert Townsons Liner Notes ist selbst er eher zufällig darüber gestolpert – und zwar so wie es sicher vielen von uns geht: Beim Fernsehschauen.

Norths Musik beginnt mit dem schwülen, jazzigen Main Title, getragen von der wunderbaren Solo-Trompete, Klavier, aber auch, wenn auch nur kurz, von der Oboe und Flöte. In Cunningham stellt uns North den Hauptcharakter des Films vor. Ein düsterer Track, der James Coburn als nachdenklichen Killer charakterisiert und in seine Seele blickt, die innerlich längst verwundbarer geworden ist als es äusserlich den Anschein macht. Ein kurzer, aber treffender Track.

In Sheila hören wir wieder die Solo-Trompete, aber auch die Flöte erklingt verführerisch und hinterlässt einen aufreizend sinnlichen Eindruck. Drückender ist ihr Thema in Fullfilment (in der Monosektion der CD).

Ein interessanter Track ist Number One Man, der an das für 2001komponierte und, wie wir wissen, nicht verwendete Stück Moon Rocket Bus erinnert. Aber auch die sehr gefällige, hier jazzige Version wurde in Hard Contract nicht verwendet. Irgendwie scheint North mit diesem Stück einfach kein Glück zu haben. Aber wir haben’s da besser. Nach 2001 kriegen wie Moon Rocket Bus auch hier zu hören.

“Fuck Jazz, Alex is the man!“ soll Miles Davis über Alex North gesagt haben. Nun, Hard Contract ist ein weiteres Beispiel im Schaffen des grossen Komponisten, das aufzeigt wie clever und einfühlsam North mit Jazz in der Filmmusik umgeht Ein kleinerer, intimerer Score als A Streetcar Named Desire ist Hard Contract ist manchmal zerrissen, manchmal wunderbar sensibel und dann wieder vergänglich. Es ist eine Musik über Cunninghams Gemütszustand, ein psychologisches Abbild musikalisch eingefangen. Und das ist wirklich als gelungen zu bezeichnen.

Wie erwähnt ist die CD in Stereo- und Monotracks aufgeteilt. Die ersten 16 Stücke stammen von den noch vorhandenen Stereotapes, 17 – 34 von den Monobändern. So sind einige Stücke denn auch doppelt zu hören. Will man eine möglichst durchgehend komplette musikalische Übersicht, so kann (oder muss) man Stereo- und Monotracks zusammen programmieren und die Liner Notes konsultieren. Aber irgend jemand im grossen www hat das sicher schon für uns gemacht…!?

Phil, 4.9.2009

 

HARD CONTRACT

Alex North

Varése Sarabande Club VCL 0609 1097

54:51 Min. / 34 Tracks

Limitiert auf 1000 Stk.

 

 

 

 

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