The Going Up of David Lev

Obwohl der TV-Streifen The Going Up Of David Lev seit seiner Uraufführung im Jahre 1973 kaum mehr aus dem Archiv hervorgeholt wurde, ist dem geneigten Goldsmith-Fan die Musik keinesfalls unbekannt, kursiert doch im Internet seit Jahren eine Raubkopie, die sich Neugierige wohl längst heruntergeladen haben.

Nun bekommt man mit dieser neuen Buysoundtrax-CD zwar kein zusätzliches Material, aber im Gegensatz zur illegalen Version ‒ die den Score am Stück präsentiert ‒ Trackaufteilung (damit lassen sich die beiden von Topol interpretierten Volkslieder mühelos rausprogrammieren) und optimierten Klang. Für jeden seriösen Sammler eigentlich also Ehrensache, sich diese Scheibe zuzulegen.

Die Story um den zehnjährigen David Lev, der sich auf die Suche nach Informationen über seinen im Sechstagekrieg gefallenen Vater macht, bot dem jüdischstämmigen Goldsmith eine der seltenen Gelegenheiten, sich mit der Musik seiner Kultur auseinanderzusetzen. Dass ihm diese offensichtlich besonders am Herzen lag, beweisen die artverwandten, eindrucksvollen Scores zu QB Vll und Masada.

Beim David Lev spielt Goldsmith vor allem im sensiblen Bereich seine Stärken aus, wie sich schon beim zwar kurzen, aber sehr einnehmenden Main Title herausstellt. Sanfte, von Gitarre begleitete Holzbläser, aus denen die Blockflöte heraussticht, bestimmen hier das Klangbild, aber auch die für die jüdische Musik bezeichnenden, schmerzvollen Solostreicher dürfen nicht fehlen; sie kommen beispielsweise in Last Thoughts, Ask The Doctor und Sleepy Boy zum Einsatz.

Daneben wird die temperamentvolle Seite des israelischen Volkes von Goldsmith nicht vernachlässigt; dass die exaltierten Passagen aus Accepting Reality, Don’t Miss The Bus oder The Legend als kleine Vorläufer von Masada betrachtet werden können, ist weder verwunderlich noch überraschend. Mit A New Friend gibt’s ausserdem einen schwungvollen und lebensfrohen Actiontrack in typischer Goldsmith-Manier.

Auch wenn der Inhalt dieser CD besser ist als die Verpackung (wer hätte es schon gerne umgekehrt?), sind die Liner-Notes von John Burlingame recht informativ, so dass man die Musik einigermassen in den Kontext des Filmes ‒ den man wohl kaum je zu sehen kriegen wird ‒ stellen kann. Aber ganz unabhängig davon ist dieser kleine Score eine feine Sache, die nicht nur Goldsmith-Komplettisten zu empfehlen ist.

Andi, 5.11.2010

 

THE GOING UP OF DAVID LEV

Jerry Goldsmith

BSX Records BSXCD 6874

33:46 Min. / 15 Tracks

Limitiert auf 2000 Stk.

 

 

 

 

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