Friday the 13th Part 2 + 3D

Inzwischen weiss die Fangemeinde längst wie es um solch vielsagende Wortklaubereien wie „exclusively available in this set“ steht. Des öfteren heisst das nichts anderes als: „Ach, wir wollen mal sehen, so in ein paar Jahren reichen wir euch dann die einzelnen Filmmusiken nochmals nach!“ Es würde also nicht wundern, wenn das genau so mit dem in einer nicht ganz unumstrittenen Stephen King Box veröffentlichten James Newton Howard DREAMCATCHER (um den im allgemeinen etwas viel Aufhebens gemacht wird) passieren wird. Davor allerdings ist es La-La Land Records, die ihre eigene FRIDAY THE 13TH 6 CD Box aus dem Jahr 2012 räubert und vor kurzem die Musiken zu PART 2 und PART 3 als Doppel-CD herausbrachte. Natürlich „by popular demand“, wie sollte es auch anders sein…! Die Musik zum ersten Film gelangte ja quasi als „Appetithäppchen“ als Einzel-CD in den Verkauf und war nicht in der 6er Box enthalten.

Da ich damals die Box ausliess und nur die Einzel-CD zum kultigen ersten Teil erstand, konnte ich nun mit den ersten beiden Sequel-Musiken nachlegen. Nicht etwa weil ich ein grosser Fan dieser Zehn-kleine-Teenager Serie wäre, sondern weil ich die Gruselsparte musikalisch immer schon faszinierend fand. Und mit „Ki-ki-ki ma-ma-ma“ hat Harry Manfredini immerhin sowas wie das musikalische Pendant zu JAWS in der Billigsplaterfilmsparte kreiert. Allerdings war dies bei Teil 1 wesentlich besser eingesetzt, was nicht an Manfredini lag, sondern weil die Ausgangslage eine andere war. Im Original von Sean S. Cunningham deute Manfredini damit die Präsenz eines Killers an, den man lange nicht zu Gesicht bekam. Weil der Film bei einem Budget von unter einer halben Million Dollar aber dermassen erfolgreich war, sollte freilich ein Sequel die Kinokassen weiter zum Klingeln bringen. Wer FRIDAY THE 13TH gesehen hat, weiss um die Gestalt des Killers, wenig einfallsreich aber brachten die Macher nun Jason Verhees ins Spiel, ein Umstand mit dem sich selbst Macher des Originals nicht anfreunden konnten, allen voran Cunningham wollte zunächst davon nichts wissen. Manfredini allerdings liess es sich nicht nehmen auch Teil 2 zu vertonen, dieses Mal eben dem Umstand geschuldet nicht auf Verdacht zu „suspensieren“, sondern die allgegenwärtigen Mordmaschine zu untermalen.

Interessanterweise verwendet Manfredini aber dennoch das bekannte Muster aus Teil 1 und nicht eine völlig neue Herangehensweise, so wie es sich Steve Miner, der von Production Manager und Associate Producer auf den Regiestuhl wechselte, wünschte. Der Komponist blieb der inzwischen 12 Filme starken Serie (so man das FREDDY VS. JASON Dings und das Remake von 2009 überhaupt dazu zählen will) treu erhalten. Auch das „Ki-ki-ki ma-ma-ma“ ist in Teil 2 wieder zu hören, witzigerweise verwendete Manfredini nach eigenen Angaben auch die selben 13 Musiker, das selbe Kellergeschoss für die Aufnahmen zu PART II und eine ganz schwungvolle Sache produziert.

Nach der leisen Enttäuschung der Fans um einen wie die Gemeinde damals fand, mässig gelungenen und von der MPAA zurecht gestutzten zweiten Teil, der dennoch für manche heute als der beste der Serie gilt, mussten sich die Macher für Teil 3 etwas neues einfallen lassen. Anfangs der 80er Jahre war 3D hoch im Kurs und es war chic einen (schlechten) Film damit auszustatten (JAWS 3D…). Was heute für einen anständigen Blockbuster normal ist, war damals aber abseits der Norm, recht aufwändig und nicht immer sonderlich gelungen. Kein Wunder setzte sich dieses Format damals also nicht durch (es gab übrigens sogar TV-Sender die kurze Programmteile in 3D sendeten. Wer keine 3D Brille zu Hause hatte, starrte dabei leicht verdutzt in den Bildschirm).

Manfredini seinerseits war zu jener Zeit, als PART 3 in Produktion ging, für anderthalb Jahre mit seinem eigenen Broadwaystück beschäftigt, konnte dennoch dazu überredet werden einige Stücke zu PART 3 beizutragen. Ansonsten verwendete Music Editor Michael Zager Stücke aus den ersten beiden Teilen und fügte daraus zum Erstaunen des Komponisten oft nahtlos neue Tracks zusammen. Ach ja, und dann gibt es natürlich diese unsägliche Discoversion „Theme from Friday the 13th Part 3“, nicht gerade die stärkste musikalische Stunde der Serie. Manfredini selber war an diesem Ding jedoch nicht beteiligt.

Man mag von der Serie halten was man will, musikalisch hat sie den ein oder anderen wirklich guten Moment und sicherte Manfredini zweifellos einen festen Platz in der Filmmusikgemeinde. Der heute 74jährige Komponist ist nicht müde geworden und nach wie vor tätig in seinem, wie er selbst sagte, absoluten Traumjob.

Kurzer Nachtrag: Wer sich vor fünf Jahren die Box zulegte, braucht diese Doppel-CD übrigens nicht – deren Programm ist identisch mit den CDs 2 und 3 der Box. Somit jubeln beide Lager. Die einen können Geld sparen, die anderen sind froh sich damals nicht unbedingt JASON LIVES mitgekauft zu haben. Und Gruppe 3 lässt es gleich ganz bleiben…

Phil, 26.11.2017
(Part 2 / Part 3) 

 

FRIDAY THE 13TH PART 2 + 3

Harry Manfredini

La-La Land Records 1436

CD 1: 43:02 Min. / 17 Tracks
CD 2: 55:31 Min. / 26 Tracks

 

 

 

 

 

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