Flight from Ashiya

Frank Cordell

Intrada Special Collection Volume 102

39:29 Min. / 15 Tracks

Limitiert auf 1000 Stk.

Der Brite Frank Cordell ist wohl für so manchen eine grosse Unbekannte in der Filmmusik, auch seine Anzahl Filmarbeiten ist recht überschaulich, nur wurde eben bisher noch sehr wenige seiner Scores veröffentlicht. Zu seinen bekannteren Filmen gehören wohl The Rebel,Khartoum und The Mosquito Squad, die beiden letzten sahen 2004 eine Veröffentlichung bei FSM.
Cordell hat als Jazzpianist begonnen, unterhielt während seines Militärdienstes im 2. Weltkrieg bei der RAF (er flog selber mit in Mosquito-Bombern) seine Kameraden mit seinem Klavierspiel und begann später, in den 50er Jahren, Musik für Filme zu schreiben.

Flight from Ashiya (1964) ist eine amerikanisch-japansche Co-Produktion mit Richard Widmark und Yul Brynner in den Hauptrollen als Lebensretter beim Air Rescue Service. Während sie und ihre Kollegen versuchen die Besatzung eines havarierten, japanischen Schiffes zu retten, werden die Schicksale der drei Retter in Rückblenden erzählt.

Cordells Score ist ein wahrhaft währschaftes Stück Musik voller Heldentaten und Emotionen. Knackig beginnt er mit dem Main Title Theme, das gleich mal die Richtung der heroischen Breite des Scores vorgibt. Im Verlaufe der CD taucht dieses tapfer anmutende, beschwingte und „Katastrophenfilm taugliche“ Thema (soll heissen die typischen, pointierten Timpani- und Xylophonschläge, wie wir sie in späteren Genrefilmen von Earthquake bis Towering Inferno hören werden) immer wieder auf, energisch zu Beginn und mit gemächlicherem Tempo zum Ende von Pre-Flight Check, knapp variiert in Survivors und später ausführlich wieder in Gregg’s Take-Off.

In diesem Timbre geht es auch im Actiontrack Shipwrecked weiter (kräftiges Blech über wirbelnden Streichern und wiederum voller Einsatz der Kesselpauken), während die Rückblenden der Einzelschicksale von Widmarks und Brynners Charakteren mit zwei feinen Liebesthemen untermalt werden. Für Caroline, Widmarks grosse Liebe, setzt Cordell eine feine asiatische Färbung bei, während er die nicht weniger unglückselige Beziehung von Brynner zu einer Tunesierin mit schwelgerisch arabisch-exotischen Klängen untermalt (Leila at the Beach, No Rendezvous, Mike Proposes Marriage…). Caroline’s Theme, insbesondere in der verspielten Version in Second Meeting, hat gar etwas von der Leichtigkeit eines Goldsmith-Liebesthemas dieser Zeit. Schwermütig geht es im ersten Teil von Famine/Second Meeting zu und her, wo unheilvoll ein bleiernes ostinato von Tuba und Posaunen dramatische Streicher begleiten. Nach dem aufwühlenden, tragischen Leila’s Death kehrt Cordell zu seinem Hauptthema zurück ehe er den Score mit End Titles beschliesst.

Flight from Ashiya ist ein kurzweiliger, toll gemachter Score, der in 40 Minuten gerade richtig getimed zu sein scheint. Wer etwas für vollmundig Orchestrales mit deftigen Actionstücken und viel Emotionen übrig hat, dem wird Cordells Komposition sicher Spass bereiten.

Die Klangqualität in mono ist erstaunlich mässig für einen Score aus den Mitte 60ern. Auch das Booklet ist wie zuletzt oft bei Intrada leider gewohnt mittelprächtig, da wird nur Angebissen, während der Appetit aus mehr bleibt. Dennoch gebührt dem Label der Respekt einen Cordell rauszubringen, auch wenn sich die CD aufgrund der panikartigen Limited Edition Situation wiederum rasch verkauft hat.

Phil, 22.8.2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar hinterlassen

Schreib einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*