Field of Dreams

James Horner

RCA 1241-63060-2

55:30 Min. / 13 Tracks

Läuft FIELD OF DREAMS (1989) im TV ist Zappen tabu, für bekennende Nostalgiker sowieso. Ein gutes Stück weit liegt’s an James Horner’s Soundtrack mit Good-Old-Days-Touch, traumhaft, Horner’s Main Theme – auf CD begegnet es dem Hörer erstmals (in Variationen) bei „Deciding To Build The Field“, zum Track-Finale hin: ganz sanft.

Ein Film von Phil Alden Robinson voller Momente: Im Hintergrund des Family-Wohnzimmers feiern die Kinsellas, alles ist weihnachtlich geschmückt – vorn am Fenster, versunken in seine Vision, Ray Kinsella (Kevin Costner), der den Trubel gar nicht wahrnimmt, einzig nach draußen starrt. Schnee fällt herab. Wann kommen die Baseball-Männer? Und natürlich die Ray-trifft-auf-Terence-Mann-Szene. Wie Kevin Costner und James Earl Jones (umschalten auf Original-Ton lohnt sich) spielend aufeinanderprallen ist köstlich. Burt Lancasters zweite Szene (Track 11, „Doc’s Memories“) ist nicht weniger sehenswert – im Auftakt dröhnt Track 11 aggressiver als die Filmversion, auch sind während seinem Verlauf Soundeffects („brechende Wellen“ o.Ä.) deutlicher zu vernehmen.

Kreise oder andere Symbole in Kornfeldern, OK. Aber ein sprechendes Maisfeld!? Muss man sehen! Dass es auch um Baseball geht, stört ganz und gar nicht – FIELD OF DREAMS bezaubert, mit sehr nachdenklichem Ausklang. „Moonlight“ Graham, „Shoeless“ Joe Jackson, Terence Mann, Ray Kinsella – ihre Geschichte sollte man kennen.

Track 1, „The Cornfield“: Panflöte, 80er-Horner-Sound, das Klavier begleitet die Fotosammlung von Ray Kinsella. Geheimnisvoll wird’s nach den Fotos – Jungfarmer Ray schreitet bei Sonnenuntergang durch sein Maisfeld (saubere Kran-Fahrt für die Galerie). Mitten zwischen den Maisstauden gibt die Flüsterstimme Ray den Rat: „Wenn Du es baust, kommt er zurück.“ Gänsehaut, auch via CD, ohne Flüsterstimme.

Track 2, „Deciding To Build The Field“: Beginnt verträumt, macht dann einen spritzigen E-Gitarren-Schlenker – endlich pflügt Ray den langweiligen Mais unter und legt sein crazy Baseballfeld an. Da liegt es jetzt, Rays FELD DER TRÄUME. Stolz. Und wie verrückt das Mais-Unterpflügen war!

Track 4, „Timeless Street“: Mystisch – oder einfach nur für’s Kino gemacht, Auftritt: Burt Lancaster. Generationen treffen sich in der Timeless Street – Costner lässt seinen Ray nicht schlecht staunen als der gealterte „Moonlight“ Graham erscheint. (Den Hauch der aller ersten Begegnung von Luke mit Obi Wan verströmt hier das Zusammentreffen Costner / Lancaster – eine ganz persönliche Assoziation.) Horners leise Klänge schaffen ideale Bedingungen.

Track 6, „The Drive Home“: Meditativ tröpfeln Melodie und VW-Campingbus-Bilder ineinander – Roadmovie-Feeling.

Track 8, „The Library“: Wieder ganz flott – zu Rays Archiv-Recherchen, hier ein motivierendes Stück. Ray muss diesen Terence Mann (James Earl Jones) finden. Horners Track verleitet zum Radfahren, einfach so. Im Film kurvt Ray mit seiner verrückten Frau Annie (Amy Madigan) und dem blauen Pickup nachhause – dabei plappert er pausenlos Fakten daher, über den 60er-Jahre-Schriftsteller Terence Mann.

Track 12, „The Place Where Dreams Come True“: Ist dieser Track auch abgekoppelt von den „End Credits“ (Track 13) – man sollte beide ineinander fließen lassen, durch lauschen und dabei in das eigene Familienalbum rein blättern. Viel mehr über die zwei Tracks zu formulieren, wäre schlicht zu viel.

Ein guter, alter Horner – dafür sollte immer Platz im CD-Regal sein. Geschmacksache – der Soundtrack kann eigenständig wirken, bringt alles dafür mit. Und kennt man den Film noch nicht, könnte man beim zuhören auch wunderbar neugierig werden.

Booklet: Zeitgenössischer Chicago Sun Times-Artikel von Roger Ebert über FIELD OF DREAMS – findet man auch nicht alle Tage als CD-Beigabe.

Manfred Schreiber, 28.1.2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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