Duplicity

James Newton Howard ist und bleibt vielbeschäftigt. Nach der dch etwas überraschenden Oscarnomination für Defiance kommt nun Duplicity auf den Plattenteller, ein Thriller mit Julia Roberts und Clive Owen von Bourne-Regisseur Tony Gilroy, mit dem Howard zuvor bei Michael Clayton zusammenarbeitete.

Die CD beginnt überraschend funky mit typischen E-Gitarreneinsätzen, dreht dann aber bald in Spielereien aus dem Elektronikkasten, Schlagzeug, sogar Soloinstrumente wie Violine, aber auch Blechersatz und jazzige Trompetensoli. Das 4 Minuten Stück „The War“ bildet sowas wie eine Blaupausenvorlage für die Form des Scores, auch was die Durchmischung mit Stilelementen angeht. Howard bedient sich vermehrt bei Synthesizerklängen um Spannung aufzubauen; um das dramaturgisch dann zu steigern kommen artikulierte Streicher hinzu („Security Meetig“, „Tully’s Letter“). Unvermeidbar scheint leider das Clubfeeling zu sein, das Howard mit dem Intro von „The Ghost“ hören lässt. Zum Glück bleibt es bei ein oder zwei kurzen Intermezzi. Ebenso unvermeidbar scheint der Kubasound zu sein: „Split to Miami“, ein Hollywoodklischee das wir in unzähligen Filmen immer wieder finden. Immerhin macht sich Howard die Mühe und kleidet sein „Split to …“ Motiv immer wieder frisch ein. Wechsel von markanten Landesteilen, übliches Vorgehen.

Ein Motiv, das ab und zu auftaucht ist das spanisch (oder soll es einfach europäisch gemeint sein?) angehauchte Thema aus „Following Claire“. So hören wir es in romantischerer Form zum Beispiel in „Rom Hotel“ wieder und eingearbeitet in vorantreibend spannungsbetonten Stücken wie „The Formula“. Geradezu aus dem Rahmen fällt das Soloklavierstück „A Cream or a Lotion“, das in Teilen später in „The Real Setup“ eingearbeitet wird.

Duplicity ist eine Musik wie man sie von James Newton Howard nicht unbedingt erwartet hätte und sie ist auch recht untypisch Howard. Die von ihm sonst gerne verwendeten Stilmittel sind hier für einmal sehr selten zu hören (versteckt in Spannungstracks wie „The Formula“). Insgesamt ist der Score eine sehr durchwachsene Sache, denn ausser dem Paket Sound & Atmosphäre fehlen wirkliche musikalische Höhe- und Anhaltspunkte und der bunte Gemischtwarenladen lädt nicht gerade zu mehrfachem Anhören ein.

Phil, 12.4.2009

 

DUPLICITY

James Newton Howard

Varèse Sarabande VSD-6955.2

50:36 Min. / 24 Tracks

 

 

 

 

 

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