Drag Me to Hell

Er ist ja seit einiger Zeit wieder in sein „Lieblingsgenre“ zurückgekehrt, der Christopher Young, und bringt nun nach The Uninvited gleich einen weiteren Genrescore, der mit enormen Vorschusslorbeeren bedaht wurde: Drag Me to Hell für Sam Raimi. Und der ist wirklich Horror pur, denn der Grossteil des Scores mit Verschnaufern wie Tale of a Haunted Banker, Familiar Familiars, Brick Dogs à la Carte und der beiden Titelstücke ist Schreck-Huch-Zitter- und Schreiend-davon-lauf-Musik. Mit Choreffekten, wie sie einst Goldsmith verwendete, viel Spielerei mit den Instrumenten und zusätzlichen, interessanten Momenten einer Kirchenorgel, speziellen Perkussionsinstrumenten, einem Melotron etc. Ein feines Beispiel dieser Experimentierlust, die Fans wie Unwissende mit seinem originalen Invaders from Mars zu spüren bekamen und einer der besseren Tracks abseits der Hauptstücke (1 und 13), ist Loose Teeth. Desweiteren gibt es mehrere Schreck- und Schockmomente, so in Mexican Devil Disaster (lüpfig!), der ein oder andere Track aber auch, in denen eher wenig passiert und das Gegluggse und Gemurmle des Orchesters langfädig ausgefallen ist.

Die Ein- und Ausgangsstücke Drag Me to Hell und Concerto to Hell, das ist tolle Musik, unbestreittbar. Es macht einfach Spass, wenn Young so in die Vollen geht und ein Titelstück kreiert, das mit Wucht und teuflischem Grinsen in die Passage für Solovioline mündet. Das ist zwar nicht neu und sicher typisch Young (man erinnert sich an Grossartiges wie Hellraiser) aber verflixt gut gemacht.

Insgesamt ist die CD sicher zu lang ausgefallen. Als Abspieltipps würde ich die Stücke 1, 12, 13, 14 empfehlen, dann hat man die gelungenste Auswahl der CD beisammen und dem Gruseleffekt bleibt auch so noch Genüge getan.

Die vielen hohen Bewertungen meiner Kritikerkollegen kann ich nicht ganz teilen, bin aber der Meinung, dass Drag Me to Hell einer der besseren Scores von Young in den letzten Jahren ist. Die CD ist ein richtiges Sandwich, wobei hier die beiden Brotdeckel das Tüpfelchen auf dem i sind, während der Inhalt zwar gehörig gepfeffert aber trotzdem etwas dünn belegt ist. Gute 15 bis 20 Minuten bietet die Scheibe aber allemal.

Phil, 6.11.2009

 

DRAG ME TO HELL

Christopher Young

Lakeshore LKS 340912

52 Min. / 14 Tracks

 

 

 

 

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