Death of a Salesman/Rashomon

Alex North / Laurence Rosenthal

Kritzerland KR 20012-1

57:56 Min. / 29 Tracks

Bruce Kimmels Label Kritzerland bemüht sich imer wieder rare und spezielle Filmmusiken zu veröffentlichen, im Falle von Death of a Salesman/Rashomon ist es sogar noch ein wenig spezieller, da es sich hierbei um Theatermusiken aus dem frühen Schaffen von Alex North und Laurence Rosenthal handelt.

Die CD beginnt mit Rosenthals Rashomon aus dem Jahr 1959 für die Broadway-Produktion mit Rod Steiger und Claire Bloom in den Hauptrollen. Seine Musik ist stark fernöstlich-japanisch geprägt und macht Gebrauch von vielerlei perkussiven Instrumenten (nicht immer asiatischer Natur). Wer an ähnlichen Klängen aus Tora!Tora!Tora!seinen Spass hatte, dem dürfte auch Rashomon teilweise zusagen. Im Verlauf der Musik lässt Rosenthal dramaturgischeres Material für Harfe und Flöte einfliessen, das kurzzeitig die musikalische Hauptrolle übernimmt (“The Wife’s Story”, “The Debacle”), nie aber den Pfad verlassend, den er eingangs mit seiner Musik eingeschlagen hat. Gegen Ende von Rashomon sind es wiederum die asiatischen Klänge die prominenter eingesetzt werden. Für das kurze Schlussstück “The Epilogue: The Truth” greift Rosenthal dann  auf die “westliche Seite” seiner Komposition zurück und lässt die Musik mit nachdenklich stimmenden Klängen ausklingen.

Alex Norths Death of a Salesman ist eine stille, zurückhaltende Musik hauptsächlich für Holzbläser und Trompete geschrieben, die mit sanften Klängen berührt und die wehmütigen Erinnerungen des Protagonisten plastisch werden lassen. Wer Volker Schlöndorffs Verfilmung des Stücks mit Dustin Hoffmann in der Hauptrolle gesehen hat, dem werden Ähnlichkeiten zu dieser Theatermusik von 1949 auffallen – North verwendete bewusst Themen aus der Theaterproduktion für Schlöndorffs Film. Leise und feine Anklänge von behutsam auftauchendem Americana (Cue 4), ein wenig Jazz (Cue 5), feingliedrig für ein kleines Ensemble (meist nur Querflöte, Klarinette, Bassklarinette, Trompete, Klavier, Harfe und Cello) arrangiert. Eine Musik, die mit ihrer intimen Entwicklung eine gewisse Aufmerksamkeit beim Hören erfordert – aber das ist bei Alex North ja nichts besonderes. Hier arbeitete North übrigens mit Elia Kazan zusammen, für den er zwei Jahre später die Verfilmung von A Streetcar Named Desire vertonen sollte.

Tonqualitativ muss man mal mehr, mal weniger Abstriche machen. Bei Rashomon konnten die Produzenten auf Stereobänder zurückgreifen und so klingt Rosenthals Musik denn auch ganz hervorragend. Death of a Salesman demgegenüber klingt etwas weniger toll, oder sagen wir mal: Alt. Die Soloparts kommen dabei etwas besser weg, während lautere Ensemblestücke recht muffig und dumpf klingen.

Die CD ist zurzeit, trotz 1000er Limitierung, noch erhältlich, was auch aufzeigt, dass Kritzerland damit eine recht besondere Ecke der „Filmmusik“ berührt hat, die nicht so gierig abgegrast wird. Dank (insebsondere für die North Musik) an Bruce Kimmel, der sich hier für zwei unbekanntere Titel engagiert hat.

Phil, 7.4.2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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