Congo (Intrada)

Jerry Goldsmith

Intrada Special Collection Volume 220

62:49 Min. / 31 Tracks

Okay. Ich bin ein Fan von Michael Crichton Filmen wie Coma, Westworld und Andromeda Strain. Und ich mag Filmmusiken zu Crichton Buchverfilmungen wie Jurassic Park, The 13th Warrior und Sphere – oder Goldsmith verworfenem Timeline. Aber ums Himmels Willen, Congo? Schon das Buch ist nicht Chrichtons bestes, aber Frank Marshalls Film ist wirklich ein schröckliches Werk mit langweiligen, platten Figuren, einem misslungenen Finale und einer nicht übermässig inspirierten Goldsmith Musik. Das seinerzeit erschienene Album mit knappen 30 Minuten, davon gehen noch die Songs ab, schrie zwar seit jeher nach einer expandierten Veröffentlichung. Jetzt wo diese nach 17 Jahren erschienen ist, ist das aber durchaus ambivalent zu sehen.

Wer den Film nicht kennt, sollte Jeff Bonds vollmundige Lobeshymne nicht für bare Münze nehmen. Es ist eben eines jener Booklets in denen die Amis dazu tendieren, ganz schön zu übertreiben, wenn es darum geht ihre Veröffentlichung und das Drumherum schön zu reden. Kleines Beispiel: „ (…) Congo might just be the most eclectic mix of high-tech sci-fi and classic fantasy adventure put on film!“ Siehe oben!

Für Congo hatte Goldsmiths Agent Richard Kraft die Idee wie schon bei Under Fire oder Russia House Goldsmith einen bekannten Musiker zur Seite zu stellen – nachdem James Newton Howard aus Zeitgründen sein Engagement streichen musste, blieb Lebo M an Bord (Howard hatte bereits etwas mit Lebo M für Congoentwickelt, zu hören in Track 31 „The Villagers Chant“). Goldsmith und Lebo M fanden schliesslich beim Titelsong „The Spirit of Africa“ zusammen, eines der Hauptthemen des Scores bildend und kurz nach Lebo M’s Gesang von der grossen Hornsektion gespielt zu hören. Ausserdem hat Goldsmith den Gorilla Amy, der mit Hilfe eines elektronischen Wandlers sprechen kann (ähm, ja…) als weiteren Angelpunkt seiner Komposition ausgesucht. Amys Thema hören wir zum ersten Mal in „Meet Amy“. Dieses erinnert über den ganzen Score gesehen vom Aufbau und der Art der eingesetzten Instrumente und Synthesizer durchaus an Baby: Secret of the Lost Legend.

Tracks wie „Crossing the Border“ und „The Other Side“ erinnern mit exotischen Perkussionen und Elektronik an Medicine Man, einem weiteren „Dschungel-Film“ von Goldsmith, der allerdings im südamerikanische Urwald spielt. Die Langfassung der CD bescherrt uns auch ein Mehr an Actionpassagen wie dem pfundigen „Meet Monroe Kelly“, das harsche „Help Me“ oder die bereits vom alten Album bekannten „Amy’s Nightmare“ bzw. die deftigen 7/8 Takte „Kathega“ (nach wie vor einer meiner Favoriten aus Congo) und einige Abenteuermomente in denen Goldsmith sein „Abenteuerthema“ mit viel Wonne erklingen lassen kann („Road Block“, „Deep Jungle“ oder das exotische, aber etwas etc.).

Zum ambivalenten Gefühl des Eingangs: Die lange Fassung macht Congovielleicht einen Hauch besser, möglicherweise schien Goldsmith, bekannt dafür eher kurze Alben seiner Musiken zu produzieren, das 1995 mit der Produktion eines hyperkurzen Albums zu ahnen? Jedenfalls, wenn es um Afrika oder Affen geht, sollte man eventuell lieber auf eine längere Fassung von Ghost and the Darkness warten oder gleich Planet of the Apes greifen!

Die Extraabteilung hält ein paar Original(sprich: Erst)versionen, das nicht verwendete Perkussionsstück  „The Collapsed City“ sowie angesprochen, den James Newton Howard Track „The Villagers Chant“ bereit.

Phil, 27.1.2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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