Concussion

James Newton Howard

Sony Music

65:52 Min. / 20 Tracks

Limitiert auf 500 Stk.

Concussion (2015) ist ein Sport-Thriller-Drama. Pathologe Dr. Bennet Omalu (Will Smith) entdeckt, dass wiederholte Kopfverletzungen bei Spielern des vielgeliebten US-Sports Football verheerende gesundheitliche Folgen ähnlich einer Alzheimer Erkrankung haben können. Doch als er mit seinen Befunden an die Öffentlichkeit geht, begibt er sich auf Kollisionskurs mit der mächtigsten Sport-Branche Amerikas.

Die Filmmusik von James Newton Howard, seine zweite für einen Film von Peter Landesman (Parkland), besteht aus melancholischen, melodiösen Kompositionen für Klavier, Streicher und Holzblasinstrumente sowie überwiegend anonymem Thriller-Synthi-Underscore. Letzterer vermag kaum Interesse abseits der Bilder zu wecken und verwässert damit das Hörerlebnis. Hier klingt der Newton Howard von früheren Arbeiten wie der „Schlafpille“ Michael Clayton(2007), dem mechanischen The Bourne Legacy (2012) und den dunklen Passagen von Pawn Sacrifice (2015) an. Wer diesen Arbeiten etwas abgewinnen konnte, der dürfte auch zu Concussion leichter einen Zugang finden. Doch neben diesen überwiegend anonymen Suspense-Stücken komponierte Newton Howard für Concussion auch noch einige klangschöne Momente. In Concussion präsentiert Newton Howard das tolle Hauptthema. Dieses pausiert anschliessend jedoch bis zu den finalen Stücken Bennet’s Decision und Concussion End Titles, was schade ist. Neben diesem Hauptthema bietet Jacked Up etwas extrovertiertere Action-Musik, jedoch eher altbekannt, und die Stücke Bennet and Prema und I am Offended sorgen für berührende Melancholie.

Das Album schliesst mit dem Song In The Darkness, gesungen von Lisbeth Scott und komponiert von Harry Gregson-Williams. Das ist mächtig viel Filmmusik-Star-Power für einen „einfachen“ Song neben einem Newton Howard-Score. Wie’s zu dieser Zusammenarbeit kam und weshalb Gregson-Williams für das Komponieren dieses Songs an Bord geholt worden ist, ist leider nicht zweifelsfrei im Netz zu lesen. Das Ergebnis ist ruhig und stimmig ausgefallen, jedoch nach dem Hören wieder schnell verblast.

Fazit: Die genannten Stücke ergeben eine melancholische 20-minütige Suite. Das Hauptthema ist ein „Hinhörer“, der jedoch keinen prägenden Stempel über die ganze Musik aufdrücken kann (ähnlich dem brillanten Liebesthema aus The Tourist (2010), wobei der Rest dieser Musik gänzlich uninteressant ausfällt). Die restlichen gut 40 Minuten dürften für die meisten zu kühl und anonym sein, um abseits der Bilder zu unterhalten. Eine funktionale Musik von Newton Howard, die sich bequem in seinem breiten Oeuvre einreiht, dort jedoch keine nachhaltigen Akzente setzen wird.

Basil, 22.2.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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