Camelot

Mychael und Jeff Danna

Varèse Sarabande

48 Min. / 24 Tracks

Der Score der beiden kanadischen Brüder Mychael und Jeff Danna zur kurzlebigen TV Show über König Arthur, seine böse Halbschwester Morgana und den Zauberer Merlin, soll dem Zuhörer die Heroik und Mystik des Mittelalters musikalisch näher bringen. Leider gelingt dies kaum und die 48 Minuten Score verkommen rasch zu einer Tortur. Ist der Gesang im Hauptthema noch zu verstehen und halbwegs angebracht, nervt er spätestens beim dritten Track. Mühselig und langfädig, ohne wirklichen Inhalt, plätschert es so vor sich her. Zu dünn und kaum lebendig erscheint die Musik, ganz so wie die TV Show übrigens, welche getrost in der Ramschkiste vermoddern darf. Leider, kann man da nur sagen, denn eigentlich wäre die Prämisse für Serie und Musik ja durchaus unter „könnte doch was Gutes werden“ einzuordnen gewesen.

Die irisch-kanadisch produzierte Serie kommt leider kaum über das dümmliche Grinsen Arthurs oder den bösen, schicksalsschwangeren Blicken Morganas (Eva Gree) oder gar dem gepeitschten Blick Merlins, der mich immer an einen geprügelten Hund erinnert (Joseph Fiennes) heraus. Dementsprechend verkrümelte sich die Musik auch gleich in der neutralen Ecke und versucht, nicht aufzufallen. Was sie auch nicht tut. Action Cues (Gawain and Arthur Duel) sind leidliche Synthie-Standardware, ein hum-tä-tät hie und da, aber auch nicht mehr. Grosse Momente haben (Sword of Destiny oder Coronation of King Arthur) natürlich Chor (hier: Kirchenchor, wie passend) und böse Leute wie Morgana kriegen, was übrig ist. Fairerweise muss ich zugeben, dass mir doch ein Track gefallen hat: Be my Light. Der hat zwar auch Gesang, aber viel beseelter, auch die Melodie wirkt viel echter, reiner. Schade hat es nicht mehr davon auf der CD.

Wer gerne Chöre und mittelalterliche Kirchen-Gesänge hat, der mag durchaus noch knapp auf seine Kosten kommen. Alle anderen mögen die Haare waschen gehen, sie könnten ihre Zeit mit Dümmeren füllen.

Ich jedenfalls ziehe die BBC Serie Merlin mit Colin Morgan vor, welche sich nicht immer so ernst nimmt, in Sachen Musik auch nicht perfekt, aber sicher besser liegt.

Steve, 4.7.2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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