Back to Gaya

Michael Kamen

Moviescore Media MMS-12001

62:20 Min.
28 Tracks

1st Edition,
limitiert auf 1000 Stk.

Laut imdb handelt es sich bei Back to Gaya um den ersten deutschen Film, der komplett am Computer entstand. Das animierte Fantasy-Abenteuer erzählt von den beiden Snurks Boo und Zino, die sich auf die Suche nach dem entwendeten magischen Stein «Dalamite» machen, denn ohne dessen Macht steht das Wohl ihrer Heimat Gaya auf dem Spiel. Trotz bemerkenswerter Effekte erlitt diese ein wenig nach «Lord of the Rings» klingende Geschichte an den Kinokassen Schiffbruch, und wem der Titel heutzutage noch geläufig ist, der ist mit grosser Wahrscheinlichkeit Filmmusikliebhaber, ist dies ist doch der letzte Streifen, an dem Michael Kamen mitgewirkt hat.

Der Komponist befand sich im Frühstadium von Back to Gaya und hatte erst ein paar Entwürfe ‒ zur Hauptsache Klavierskizzen ‒ gefertigt, als er im Alter von 55 Jahren jäh und viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Unter der Federführung seiner langjährigen Weggefährten Steve McLaughlin und Chris Brooks beschloss ein mehrköpfiges Team von Komponisten und Orchestratoren, die alle mit Michael Kamens Arbeitsweise vertraut waren, das Werk im Sinn und Geist des Verstorbenen zu vollenden, was ihnen hervorragend gelungen ist.

Für den Score wurden einerseits Kamens Entwürfe wie das vorwitzige Fagott-Thema für die Snurks verwendet, anderseits griff man auf unverwendetes Material aus früheren Schaffensphasen des Komponisten zurück, das sich im Laufe der Jahre in dessen Archiv angesammelt hatte. Wer sich also beim Hauptthema im Sherwood Forest wähnt, liegt gar nicht weit daneben, denn es handelt sich hierbei um einen verworfenen Gedanken für Robin Hood: Prince of Thieves.

Anhänger von thematisch reizvoll gearbeitetem Filmscoring aus altem Schrot und Korn werden an dieser vom London Metropolitan Orchestra (sporadisch unterstützt von einem im Hintergrund agierenden, höchstwahrscheinlich synthetischen Chor) eingespielten Musik ihre helle Freude haben. Mit zünftigen Swashbucklerklängen und spektakulärer «Flugmusik», lieblicher Idylle, Verspieltheit und packender Dramatik wird hier so einiges geboten, um ein mitreissendes Hörerlebnis zu garantieren. Daher macht Back to Gaya einen sehr guten Eindruck, lediglich auf ein paar Suspense-Passagen hätte man gut und gerne verzichten können, da sie die Betriebsamkeit des Scores bremsen. Und unter einem Finale stellt man sich etwas anderes vor als einen kurzen, ins Leere laufende Track.

Das sind aber letztlich Kleinigkeiten, denn mit ihrem selbstlosen Teamwork haben alle Beteiligten Michael Kamen ein ehrendes Andenken geschaffen, dass nun für alle Fans auch auf Tonträger festgehalten ist. Bei der für diese Rezension vorliegende CD handelt es sich um die auf 1000 Stück limitierte «1st edition». Wieviele Auflagen ihr folgen werden, hängt wohl von der Nachfrage ab.

Andi 13.2.2012

 

 

 

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