Baarìa

Ennio Morricone

Medusa/Edel RTI 0201482MA

54:14 Min.
9 Tracks

Der neueste Score Morricones enstammt einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit des italienischen Meastros mit seinem Freund Giuseppe Tornatore. Aus dieser sind sehr gute Filme – und natürlich auch Scores – entstanden wie z.B.: Nuovo Cinema Paradiso (Cinema Paradiso), La leggenda del pianista sull’oceano (Die Legende vom Ozeanpianisten) oder Malena (Der Zauber von Malena). Baarìa kann sich mit seinen Vorgängern absolut auf die selbe Stufe stellen.

In Baarìa (umgangssprachlich für den sizilianischen Ort Bagheria abgeleitet von Bab el gehrid – was auf Arabisch so viel wie „Tor des Windes“ bedeutet) huldigt der italienische Kinomagier und Oscar-Preisträger Giuseppe Tornatore mit dieser fast dreistündigen, epischen (teilweise sogar autobiografischen) italienischen Familiengeschichte, die zwischen 1930 und 1980 spielt, seinen sizilianischen Wurzeln.

Gleich im ersten Track (Sinfonia per Baarìa), der fast 11 Minuten lang ist, stellt Morricone die wichtigsten Themen des Scores vor. Der Bogen reicht von elegischer über romantischer bis hin zu folkloristischer Melodik. Leider sind in den letzten 3-4 Minuten Originaldialoge über die Musik gelegt. Trotzdem ist dieses Highlight bestens geeignet um einen Eindruck von diesem hervorragenden Score zu bekommen.

Track 2 (Ribellione) variiert Rabbia e Tarantella aus Allonsanfan von 1974, das Quentin Tarantino übrigens in Inglourious Basterds. Das an den Ozeanpianisten erinnernde Thema in Baarìa ist wunderschön gelungen, aber mit knapp über 2 Minuten leider sehr kurz geraten, dafür ist es aber etwas ausführlicher in Track 13 zu hören. Wunderbar elegisch geht es dann im Track 4 (Il corpe e la terra) weiter, während der fünfte, etwas stürmischere Cut (ähnlich dem zweiten), nur eine kurze Abwechslung darstellt, denn schon im nächsten Track (6: Brindisi) verbreiten die Streicher wieder die von Morricone bereits bekannte und von mir sehr geschätzte romantische Melodik.

Im siebenten (Un gioca sereno/A passegio nel corso) und achtzehnten Track ist dann sizilianische Folklore vorherrschend. Track 18 (L’allegro virtuosi di zampogna) vermittelt durch Dudelsack aber meines Erachtens eher schottisches Flair. Eine weitere hervorragende, nostalgische Melodie bietet unter anderem der Track 10: Racconto di una vita.

Generell kann man sagen, dass der fast 82-jährige Morricone (10. November) hier eine wunderbar melodische, durchaus auch mal altmodische bzw. manchmal vielleicht sogar ein wenig kitschige Filmmusik geschrieben hat, die wunderbar zum Film passen wird – wovon man sich hoffentlich bald im Kino überzeugen kann, denn der Starttermin wird vermutlich erst Ende April 2010 sein. Bis dahin kann man sich jedenfalls mit der Musik auf CD schon die richtige Einstimmung holen. Bei mir hat sie jedenfalls schon einige Runden im CD Player gedreht und wird das sicher auch noch weiters tun! Obwohl sie beim SCOTY (Score of the Year) „nur“ den zweiten Platz belegt hat, ist sie für mich der Score des Jahres 2009!

Erwin, 12.4.2010

 

 

 

 

 

 

 

 

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