A Fish Called Wanda

John Du Prez

43:00 / 21 Tracks

Milan 4007198878783

Gitarrenvirtuose John Williams (Namensvetter des Mannes aus Flushing) ist einfühlsam beteiligt am Score von John Du Prez. Die Gitarre kriegt es hier mit ballernden Drums, wärmendem Keyboard, Bass-Action, Percussion und auf trumpfenden Klassik-Stürmen zu tun – warum nicht? Der Film: Sprühendes Gesamtkunstwerk, hätte längst sein Computergame verdient. John Du Prez (Monty Python-Veteran) konnte sich austoben.

Track 1, „End Titles“: Dieses Stück also ganz oben, auf dem Gipfel, zu Beginn der Track-Liste. Lauter werdendes Rauschen, der Flieger (mit unseren Liebenden, Archie und Wanda, an Bord) hebt ab, Otto fegt es gleich von der Tragfläche – wie im Märchen. Saxophonige-Schwärmerei, chillige Gitarrenarbeit, Hollyday-Stimmung, hintendrauf E-Bass, romantischer Ausklang.

Track 2, „Main Titles“: Trommelwirbel, Tower Bridge, Glocken, Archie Leach (John Cleese) – im Gericht ist die Welt noch in Ordnung. Rocking, Wanda (Jamie Lee Curtis) – observiert Juweliergeschäft. Percussion-Pfeffer, Otto (Kevin Kline) schreckt auf, knallt seinen Wecker ab – liest Nietzsche. Tierschützer Ken (Michael Palin) begrüßt Fisch Wanda (herself) – einfach schön. Characters werden per Fliessband präsentiert. Anschließend plätschert’s weiter mit Aquarium-Niedlichkeit, hin zum Fade out (im Film nimmt man das leichter).

Track 4, „Robbery“: Beim Bankraub geht die Post ab – Bilder und antreibender Sound bringen die Szene voran, speziell zum Track-Einstieg. Musikalische Glückseligkeit beim Anblick der Juwelen, Otto spielt noch Wilhelm Tell – und raus aus dem Laden.

Track 5, „George Arrested“: Würde jeder Suspense-Szene das Krönchen aufsetzen, ob in the movie oder via CD ohne Filmbilder, Klasse, inklusive „Geistergejohle“ – einfach mal rein spulen.

Track 7, „Wanda meets Archie“: Blicke durchs Fenster, es hat schon gefunkt. Wie sollte es auch nicht? Traumpaar. Nur schade, „zu kurz“. Kleines Stück zum fingierten Büroplausch bei Archie.

Track 10, „Humping“: Keine Fuchsjagd – „nur“ das Intro zur köstlichen Otto-verführt-Wanda-Szene. Auch für Wagner-Sympathiesanten.

Track 17, „Assassination 3“: Während „Assassination 1 + 2“ (Tracks 12 + 15) nahezu identische Action von „Robbery“ (Track 4) abliefern, startet der 3. Anschlagversuch vom gestressten Ken mit leiseren Tönen (langsamere Interpretation aus „George Arrested“ (Track 5). Dieses Mal gelingt es dann auch – und Kens Drama ist perfekt. So viele Schoßhündchen wie er hat keiner auf dem Gewissen.

Track 21, „A Fish Called Wanda Suite“: Eröffnet wie Track 2 (mit allem Lieb gewonnenem), könnte die „Maxi-Single-Auskopplung“ sein – bietet so manches Theme im Paket.

Gemächlich, fetzig, mit Klassik aufgepumpt – weiter danach gab es diesen Gemischtwaren-Touch kaum mehr zu hören. Die 80er sind Geschichte. Wanda rockte, ja, rockt bis heute (nebenbei: Jamie Lee Curtis’ „Bewerbungs-Video“ für TRUE LIES). Und man geht so mit, beim guten Ken – der hat es wahrlich nicht leicht als stotternder Attentäter, teils geknebelt, gefesselt, gedemütigt mit Pommes in allen Nasenlöchern…

Manfred Schreiber, 11.09.2014

 

 

 

 

 

 

 

 

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