2 Days in the Valley

Jerry Goldsmith

46:59 Min.
20 Tracks

Intrada Special Collection Volume 198

Limitiert

Die Goldsmith Manie geht fröhlich weiter. Während bestehende CDs da ein bisschen mehr, dort ein bisschen weniger erweitert werden, finden die Produzenten immer noch Scores, die noch nicht veröffentlicht wurden, siehe Warning Shot oder wie vorliegend 2 Days in the Valley (hierzu gab es einst ein Bootleg), einer der wenigen nicht verwendeten Filmmusiken von Jerry Goldsmith. Wieso Goldsmiths Musik bei den Machern nicht ankam, wird im Booklet nicht genauer erörtert, ausser dass sie scheinbar eine andere Art der Musik bevorzugten, wie sie schliesslich Anthony Marinelli (15 Minutes, Young Guns) ablieferte und Goldsmith während des Komponierens mangelnde Kommunikation und fehlendes Feedback bemängelte.

Der gelungene, schwarzhumorige Film erzählt von Liebe, Mord, Nierensteinen und vereinsamten Hunden und verbindet diverse Nebengeschichten zu einem Ganzen, in Szene gesetzt im San Fernando Valley Kaliforniens.

Goldsmith vertonte 1996 auch City Hall, Executive Decision, Chain Reaction, The Ghost and the Darkness und Star Trek: First Contact. Also eines der typisch fleissigen Jahre des Komponisten und mit Ghost and the Darkness und First Contact mit zwei bei den Fans hoch geschätzten Werken dieses Jahrzehnts. 2 Days in the Valley gehört nicht zur genannten Kategorie. Die Musik ist sicherlich ganz amüsant, aber so richtig in Fahrt kommt sie leider nie, was auch daran liegt, dass viele Tracks knapp um die 1 Minuten- und 2 Minutengrenze pendeln und der Score insgesamt zu wenig abwechslungsreich, auch in den Variationen der Themen, erscheint.

2 Days in the Valley beginnt in „Theme for 2 Days in the Valley“ mit dem sanften, schwülwarmen Thema für Trompete, begleitet von Streichern, Klavier und einem leisen Synthie im Hintergrund. Die Violinen leiten in das zweite Motiv des Hauptthemas ehe die Trompete wieder übernimmt und den Track beschliesst. Dieses Thema wird später auch vom Klavier intoniert, es hat durchaus Ähnlichkeiten, stimmungsmässig sowieso, mit dem Titelthema aus dem hervorragenden The Russia House.

In den Suspensstücken greift Goldsmith auf Streicher und Elektronik zurück, ein aus diversen Scores des Komponisten bekannter Synthieeffekt und Tubular Bells, ähnlich eingesetzt wie in Sleeping with the Enemy, fallen hier auf („The Arrival/Questions“, „Roy’s Minute/Helga’s Minute“). Ein folkloristisch italienischer Walzer (mit Akkordeon) steht für den glücklosen Killer Dosmo (Danny Aiello): „Dosmo’s Theme“, „Hello Dosmo“, „Rapini“.

Typische Goldsmithrhythmen (und Klänge wie die Simmons Drums) sind in den gegen Ende des Scores auftauchenden Actionmomenten zu vernehmen: Teile des langen Tracks „Hotel Room/Street Covergence/Teddy’s Redemption/Becky Reaches for the Gold“ (hübsch die Einarbeitung von Dosmos Thema).

Als Fazit gilt der Schluss von Abschnitt 3. 2 Days in the Valley gehört nicht zu Goldsmiths bleibenden Werken. Insbesondere die Spannungsmusik, von der es auf der CD doch einige gibt, ist recht monoton ausgefallen. Ab in die Goldsmith-Sammler-Ecke mit dieser CD, die von Bruce Botnick als 46 Minuten Album, zu dem es aus oben genannten Gründen eben nicht kam, vorbereitet wurde.

Phil, 22.7.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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